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Ostkreis Stadtverordnete beenden Prügeldebatte
Landkreis Ostkreis Stadtverordnete beenden Prügeldebatte
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11:35 05.05.2010
20 Gäste – so viele wie seit Jahren nicht mehr – verfolgten die Stadtverordnetenversammlung in Mardorf. Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Dr. Bernd Greiten ist schockiert über die Entscheidung der Amöneburger Stadtverordneten. Er war einer von mehreren Stiftsschülern, der dieser Zeitung über Prügelattacken aus den 1940er bis 1960er Jahren durch Dr. Josef Gutmann, den Leiter der Schule, berichtet hatte. Er moniert, dass die Stadtverordneten die Augen vor der Vergangenheit und der Wahrheit verschließen und bezeichnet die Entscheidung als „Sieg der Ewiggestrigen“.

Der Magistrat wollte die Geschehnisse von damals prüfen und über die Umbenennung der Dr. Josef-Gutmann-Straße nachdenken. Die Stadtverordneten verweigerten die Zustimmung allerdings in einer emotionalen Sitzung. Es sei nahezu unmöglich, Sachverhalte aufzuklären, die mehr als 40 Jahre zurücklägen, lautete ein Argument, das einherging mit dem Hinweis, Schläge seien in der damaligen Erziehung „normal“ gewesen. Rudi Rhiel, der Vorsitzende der FWG und selbst ein Schüler Gutmanns, erklärte, es sei in Amöneburg immer bekannt gewesen, dass der Schulleiter seine Schützlinge schlage.

Hartmut Weber (AWG) sagte, rohe Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Dann fragte er, wo die Grenze zu ziehen sei und plädierte dafür, einen Schlussstrich zu ziehen.

von Florian Lerchbacher

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten OP.

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„Weg mit der Dr.-Josef-Gutmann-Straße" - das war in den vergangenen Wochen eine Forderung zahlreicher ehemaliger Stiftsschüler, die vor Jahrzehnten unter dem Prügelpädagogen gelitten hatten. Einer Umbenennung der Straße erteilte das Stadtparlament am Montag eine Absage: Ein entsprechender Antrag soll noch nicht einmal geprüft werden.

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