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Ostkreis Stadtallendorfer müssen für Wasser mehr zahlen
Landkreis Ostkreis Stadtallendorfer müssen für Wasser mehr zahlen
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10:45 11.05.2018
Rückwirkend zahlen Stadtallendorfs Bürger mehr für ihr Trinkwasser, das sie sich ins Glas schütten. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

In Stadtallendorf kommt es zur ersten Anhebung der Trinkwasser- und Abwassergebühren seit dem Jahr 2005. Doch wie macht sich die Gebührenanpassung bei den Bürgern bemerkbar, welche Position schlägt dabei besonders auf das Portemonnaie? Auf Nachfrage der OP hat die Stadt einige Musterberechnungen für typische Haushalte erstellt. Und die zeigen, dass sich vor allem die Anhebung der Gebühren für das Niederschlagswasser bemerkbar macht.

Der Kubikmeter Wasser kostet nunmehr 1,32 Euro, beim Niederschlagswasser steigt die Gebühr von 0,47 auf 0,67 Euro je Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche. Und schließlich erhöht sich auch die Schmutzwassergebühr 10 Cent je Kubikmeter auf nunmehr 2,20 Euro. Auch Mieter bekommen das zu spüren, schließlich werden die Gebühren auf sie umgelegt – auch die für Niederschlagswasser.

Was das auf Cent und Euro im Einzelfall ausmacht, erfahren die Haushalte in den nächsten Wochen. Nach der Parlamentsentscheidung könnten nunmehr die Gebührenbescheide verschickt werden, so Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) auf Nachfrage der OP. Bis zum 30. Juni eines Jahres sei dafür Zeit.

Für manchen Bürger sind diese Modellrechnungen ein Orientierungspunkt. Die Stadtwerke gehen dabei von einem Jahresverbrauch von 45 Kubikmetern Trinkwasser pro Person aus, dem entspricht auch das entstehende und zu bezahlende Schmutzwasser.

  • Beispiel 1: Ein Zwei-Personen-Privathaushalt mit 90 Kubikmetern Verbrauch und einer versiegelten Fläche von 150 Quadratmetern: Bisherige Wasser- und Abwassergebühren insgesamt: 376,80 Euro pro Jahr, ab 1. Januar 2018 (rückwirkend) 425,40 Euro. Das entspricht Mehrausgaben von 48,60 Euro, wobei allein das Niederschlagswasser 27 Euro ausmacht.
  • Beispiel 2: Ein Privathaushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern und einem Wasserverbrauch von 130 Kubikmetern und dem entsprechenden Schmutzwasseraufkommen: Bisherige Abwassergebühren insgesamt: 511,60 Euro, ab 1. Januar 2018 (rückwirkend 569,80 Euro. Diese Modellfamilie zahlt in Zukunft 58,20 Euro mehr. Bei einer versiegelten Fläche von 150 Quadratmetern muss die Familie ebenfalls mit 27 Euro Mehrkosten rechnen.
  • Beispiel 3 ist besonders. Dort liegt ein Mehrfamilienhaus einer Wohnungsbaugesellschaft zugrunde mit einem Wasserverbrauch von 500 Kubikmetern und einer versiegelten Fläche von 300 Quadratmetern. Dort entstehen jährlich 1 930 Euro Gebühren insgesamt. Ab diesem Jahr werden es 2 140 Euro sein (ein Plus von 210 Euro). Dabei macht in diesem Falle die Niederschlagswassergebühr ein Plus von 90 Euro. Sie wird auf die Mieter umgelegt. Das Beispiel der Stadt enthält keine Personenzahl.

Im nächsten Jahr wird nachgerechnet

Ob es bei dieser Erhöhung mittel- und langfristig bleibt, hängt von der Entwicklung der Zahlen ab. Die Erhöhung beruhte auf dem Defizit, das sich buchhalterisch bei den Gebührenposten ergeben hat – auch, weil die Stadtwerke nach einer Änderung der gesetzlichen Vorgaben nunmehr ihr Anlagevermögen anders einberechnen müssen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass wir im nächsten Jahr mit realen Zahlen von 2018 noch einmal nachrechnen werden“, so Somogyi.

Zu den jetzigen Gebührenhöhen hatte nach vorherigen Berechnungen der Verwaltung ein Wirtschaftsprüfer sein Einverständnis geben müssen. Auf den neuen Gebühren baut auch der Wirtschaftsplan der Stadtwerke auf. Ein Defizit in einem Gebührenhaushalt ist von jeher nicht erlaubt. Alle drei Jahre müssen die Wasser- und Abwassergebühren mindestens nachkalkuliert werden. Es sind jedoch auch kürzere Zeitabstände möglich.

von Michael Rinde

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