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Ostkreis Stadtallendorfer befürchten Verkehrschaos
Landkreis Ostkreis Stadtallendorfer befürchten Verkehrschaos
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09:33 30.04.2018
Am Rande der Bürgerversammlung nutzten die Besucher die Gelegenheit, die Pläne für den Ausbau der Bundesstraße 454 zu studieren.  Quelle: Klaus Böttcher
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Stadtallendorf

150 Bürger waren zur Bürgerversammlung zum Ausbau der B 454 und dem Weiterbau der A 49 gekommen. Eingeladen hatte Stadtallendorfs Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Schaub. Als Referenten begrüßte sie Eugen Reichwein, den Regionalbevollmächtigten Westhessen bei Hessen Mobil. Er stellte den dritten Bauabschnitt der B 454 vor.

Überraschend war auch Bernhard Blümel aus Berlin gekommen. Er ist bei der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH) für den Weiterbau der A 49 zuständig. 

Bei beiden Themenbereichen ging es nur um den zeitlichen Rahmen. Bernhard Blümel erklärte, dass die Abschnitte der Autobahn 49 von Treysa bis Stadtallendorf (VKE 30) und von Stadtallendorf bis zum Anschluss an die A 5 bei Gemünden/Felda (VKE 40) in einem Zug gebaut und nur gemeinsam freigegeben werden.

Seit 2016 sei die DEGES für den Weiterbau der A 49 zuständig. Die Planung sei fertiggestellt und veröffentlicht. Finanziert werden die letzten Bauabschnitte durch ÖPP (Öffentlich-Private-Partnerschaft). Die Kosten belaufen sich auf 1,1 Milliarden Euro. Davon seien 500 Millionen für den Neubau von 30 Kilometern Autobahn vorgesehen und 600 Millionen für den Betrieb der insgesamt 60 Kilometer veranschlagt.

Die Investoren seien häufig Bauunternehmen und Banken, sagte Blümel. Von den Bewerbern wähle man vier aus, von denen dann einer den Zuschlag erhalte, erklärte Blümel. Das solle bis Ende 2019 geschehen.

Der Baubeginn ist für 2020 vorgesehen und die Bauzeit wird etwa vier Jahre betragen, so dass nicht vor Ende 2023 mit der Freigabe zu rechnen ist. Es werde an der ganzen Strecke gebaut. Begonnen werde an den zeitaufwendigsten Bauteilen wie Talbrücken und Autobahnanschlüssen. „So sieht es aus“, sagte Blümel abschließend und erntete Gelächter aus dem Publikum. Denn an eine Bauzeit von gut vier Jahren für beide Abschnitte mochte keiner im Saal wirklich glauben.

Schließlich werden bis zur Fertigstellung des ersten Abschnitts Bischhausen-Treysa zehn Jahre vergangenen sein. Fachkundige Schätzungen aus der Straßenbauverwaltung gingen zuletzt von einer Fertigstellung der Straße um 2030 aus. Die Freigabe des A-49-Abschnittes bis Treysa (VKE 20) ist bekanntlich für Ende 2020/ Anfang 2021 geplant.

Eugen Reichwein erklärte den dritten Bauabschnitt der Bundesstraße 454, die Tieferlegung im Kreuzungsbereich Bahnhofsstraße – Hauptstraße. Über der Fahrbahn wird eine Kreisverkehr-Betonplatte gegossen, über die der örtliche Verkehr geführt wird. Der Durchgangsverkehr wird unter der vielbefahrenen Kreuzung durchgeführt.

Das Projekt ähnelt dem zweiten Bauabschnitt an der Wetzlarer Straße. Es wird zwei Fußgängerstege über die Bundesstraße geben, und zwar einer in Richtung Neustadt, etwa beim Bärenschießen, und einen etwa 50 Meter vom Kreisverkehr entfernt in Richtung Kirchhain. Auf dem Wall aus Richtung Neustadt kommend wird eine Lärmschutzwand gebaut, die bis zum Beginn der Unterführung reicht. Auf der anderen Seite ist kein zusätzlicher Lärmschutz geplant. Ebenso sind Lärmschutzwände in Richtung Kirchhain geplant.

Zum Zeitplan erklärte Reichwein, dass die Vergabe der Bauleistungen bis Ende 2020 abgeschlossen sein solle. Den Baubeginn plane man für Frühjahr 2021 und die Verkehrsfreigabe für das zweite Quartal 2023. Während der Bauzeit werde die Straße voll gesperrt. Die Umleitungen würden mit den Kommunen abgestimmt, erklärte er.

Bei weiteren Informationsveranstaltungen wird Blümel den genauen Verlauf der Trasse bekanntgeben. Auf Reichwein kommen hauptsächlich die Themenbereiche Lärmbelästigung und Umleitungsstrecken zu. Umleitung wird ein großes Thema sein, wenn der A-49-Abschnitt bis Treysa 2021 fertig ist und die Bundesstraße in Stadtallendorf für zwei Jahre voll gesperrt wird.

Auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Handan Özgüven zu der Problemlage hatte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir Ende März die gleichen Bauzeiten genannt, Eine vorzeitige Verkehrsfreigabe der A 49 bei Treysa sah er für den Raum Neustadt-Stadtallendorf nicht als Problem an. Özgüven bewertete dies anders. Nun bewahrheite sich, was Neustadt und Stadtallendorf befürchteten: ein Verkehrskollaps in beiden Städten, schrieb Özgüven in einer Mitteilung.

von Klaus Böttcher

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