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Ostkreis Stadt will keine Zeit mehr verlieren
Landkreis Ostkreis Stadt will keine Zeit mehr verlieren
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18:00 26.02.2015
Im Bürgerhaus-Foyer ragen Kabel und bereits verlegte neue Leitungsrohre aus der geöffneten Decke. Das kleine Foto zeigt den neuen Rauchabzug im großen Saal. Fotos: Michael Rinde
Schweinsberg

Die Sanierungsarbeiten im Schweinsberger Bürgerhaus haben nie ganz geruht, liefen aber seit Herbst vergangenen Jahres nur noch mit großen Einschränkungen (die OP berichtete). Jetzt hat die Stadt ihre Haltung kurzfristig geändert: Das Beweissicherungsverfahren wurde beendet, die Sanierungsarbeiten können jetzt ohne Einschränkungen weitergehen. Ein Ende des Verfahrens war nicht mehr abzusehen, wie Bürgermeister Christian Somogyi und der Rechtsanwalt der Stadt, Gunthart Nittner, erläuterten. Wie berichtet, hatten sich nach Beginn der geplanten Sanierungsarbeiten gravierende Mängel bei der Elektroinstallation und beim Brandschutz gefunden. Daraufhin hatte die Stadt jenes Beweissicherungsverfahren eingeleitet. Vom Landgericht Marburg bestellte Gutachter sollten klären, ob diese wohl 1994/1995 entstandenen Mängel schon damals gegen geltende Vorschriften verstießen. Deshalb mussten aber Teile der geplanten Arbeiten ruhen. Nur so hätten sich die Gutachter ein Bild von den vorgefundenen Mängeln machen können. Ob die Stadt wirklich noch Schadensersatzansprüche hätte geltend machen können, wäre erst in einem zweiten, eigentlichen Verfahren zu klären gewesen. Doch: Allein das Beweissicherungsverfahren hätte sich nach jetzigem Stand wohl noch bis September oder Oktober hingezogen. Bisher gab es erst einen Ortstermin mit dem Brandschutz-Gutachter, die Bestellung eines Sachverständigen für die Elektroinstallation stand sogar noch gänzlich aus.

Ein zunächst vom Landgericht benannter Experte hatte aus Zeitgründen abgesagt. Außerdem hätten sich während des Verfahrens Hinweise ergeben, nach denen die Erfolgsaussichten der Stadt bei einer Klage gegen die früheren Planungsbüros wohl schlechter ausfielen, als zunächst erwartet, erläuterte der Rechtsanwalt der Stadt. Ist die Stadt jetzt zurückgerudert? So will Bürgermeister Somogyi die kurzfristige Entscheidung der Betriebskommission des Eigenbetriebs Dienstleistungen und Immobilien nicht verstanden wissen. „Wir können den Nutzern, insbesondere den Vereinen aber nicht zumuten, dass das Bürgerhaus möglicherweise noch bis Jahresende geschlossen bliebe“, erklärte der Bürgermeister. Jetzt sollen alle Arbeiten voraussichtlich bis zum Herbst abgeschlossen werden. „Wir bemühen uns, schneller fertigzuwerden“, erklärt Somogyi. Wie viel das bisherige Beweissicherungsverfahren die Stadt gekostet hat, ist noch nicht beziffert. Die Stadt musste für die Sachverständigen Vorschüsse zahlen, es sind Anwalts- und Gerichtskosten angefallen.

Ortsvorsteher ist von „Wende“ überrascht

Trotz der Einschränkungen durch das jetzt beendete Verfahren ist im Bürgerhaus-Inneren bereits einiges geschehen. So wurde beispielsweise im großen Saal eine Entrauchungsanlage installiert. Wasserleitungen wurden neu verlegt. „Sie verliefen in der Vergangenheit unisoliert im Boden, teilweise neben Heizungsrohren, was hygienisch heute nicht mehr zulässig ist“, erläutert Architekt Christian Stamm, der das Sanierungsprojekt für die Stadt betreut.

„Ich bin über die Entscheidung der Stadt überrascht“, sagte Schweinsbergs Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer gegenüber der OP. Das sei eine bessere Nachricht als zunächst zu befürchten gewesen sei, meint Fleischhauer im Hinblick auf die ansonsten zu erwartenden weitere Verzögerungen. Mit Blick auf die gefundenen Mängel beim Brandschutz ist Fleischhauer froh, „dass nichts passiert ist in all den Jahren.“ Ein Festakt anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung Schweinsbergs vor 800 Jahren wurde vorsichtshalber schon mal in die Schweinsberger Stephanskirche verlegt. Er ist am 3. Juni geplant.

Rund 630000 Euro Sanierungskosten erwartet die Stadt beim Bürgerhaus Schweinsberg, rund 330000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Darin sind etwa 100000 Euro enthalten, die für die Beseitigung der gefundenen Mängel bei Brandschutz und Elektroinstallation nötig sind. Diese Zahlen nannten die Vertreter der Stadt gegenüber der OP. Die übrigen 230000 Euro entfallen auf weitere notwendige Arbeiten wie die Änderungen an der an der Wasserinstallation, die ansonsten schon bald zu einer weiteren Sanierung geführt hätten.

von Michael Rinde

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