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Neue Chance für verlassenes Haus

Investoren Neue Chance für verlassenes Haus

Seit Jahren steht die 
frühere Gaststätte Roemer am Schweinsberger Marktplatz leer. Bauzäune verhindern, dass Passanten verletzt werden, falls etwas vom Dach abfällt.

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Das frühere Gasthaus Roemer am Marktplatz soll einen neuen Eigentümer bekommen.

Quelle: Michael Rinde

Schweinsberg. Das leerstehende Haus am Marktplatz ist alles andere als eine Zierde für das Stadtbild von Schweinsberg. Metallzaun-Elemente versperren teilweise den Zugang. Putz ist abgeplatzt, die Regenrinne nur notdürftig instandgesetzt. Diesen Zustand kennen Schweinsberger, die dort regelmäßig entlanggehen, seit Jahren. Der frühere Eigentümer hatte das Eigentum an dem Haus aufgegeben, wie die Stadt Stadtallendorf mitteilt. Somit galt das Haus als herrenlos, was auch den jetzigen Zustand anschaulich erklärt.

Abhilfe scheint jetzt aber in Sicht zu sein. Denn zwei Schweinsberger interessieren sich für das Haus, wie Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) in der jüngsten Bauausschusssitzung erläuterte. Bevor sie es aber in Besitz nehmen konnten, war ein längerer Weg durch die Instanzen nötig.

Investoren gründen GbR

Schließlich lagen noch Schulden des früheren Besitzers auf dem Gelände, eingetragen im Grundbuch. Das Land hat bei derartigen herrenlosen Gebäuden auch ein Vorgriffsrecht. Erst, nachdem sich die Stadt mit den Gläubigern verständigt hatte und das Land den Verzicht auf sein Vorgriffsrecht erklärt hatte, war der Weg frei. Jetzt darf sich die Stadt Gebäude und Grundstück aneignen, um beides an die zwei Investoren weiterzugeben. „Sie wollen das Haus sanieren“, erläuterte Somogyi im Ausschuss. Eine gute Nachricht für die Schweinsberger.

Die beiden Investoren haben für den Erwerb des früheren Gaststättengebäudes eigens eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Alle Kosten, die der Stadt im Zusammenhang mit dem Gebäude und der Transaktion entstanden sind, tragen die Investoren. In einem nächsten Schritt soll ein Vorvertrag geschlossen werden. Dann dürfen die beiden künftigen Eigentümer bereits mit den Arbeiten am Haus beginnen. Drei Jahre hat das gesamte Prozedere gedauert, einschließlich der Gespräche mit Banken und weiteren früheren Gläubigern.

Keine Ausschreibung 
notwendig

In der Bauausschusssitzung fragte SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Hesse allerdings nach, ob sich die Stadt so ohne weiteres auf die beiden Bürger festlegen durfte. „Oder müssen wir das nicht ausschreiben“? Bürgermeister Somogyi sah dazu keine Notwendigkeit. In der Sitzung kam auch die Frage von Jochen Metz (CDU) danach auf, warum der Ortsbeirat im Vorfeld nicht beteiligt wurde. Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer widersprach dabei dem Eindruck, dass er von der Stadt im Vorfeld informiert worden sei. Eine Information des Ortsbeirates will Bürgermeister Somogyi nun nachholen, möglicherweise auch mit den beiden Investoren zusammen.

An dem ehemaligen Gasthaus im Herzen des Stadtteils hatte in der Vergangenheit auch kurzzeitig der Verein „Unser Schweinsberg“ Interesse. Doch das hat sich längst erledigt. „Für uns war das am Ende aber zu viel“, sagt Adolf Fleischhauer. Der Verein hatte sich in den vergangenen Jahren generell sehr dafür eingesetzt, Schweinsberg attraktiver für Einheimische wie Besucher zu machen. Dazu zählte etwa die Etablierung eines mehrmals im Jahr stattfindenden Landmarktes.

von Michael Rinde

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