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Stadt will bei Eon einsteigen

Stadtallendorf Stadt will bei Eon einsteigen

Nach der Beteiligung am Stromnetz der Eon-Mitte AG könnte die Stadt Stadtallendorf auch in nicht allzu ferner Zukunft Miteigentümer des Energieversorgers werden.

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Theoretisch könnte Stadtallendorf zu den Anteilen am Stromnetz auch welche am Stromlieferanten Eon-Mitte erwerben. Archivfoto

Stadtallendorf. In der Stadtparlamentssitzung am 31. Januar werden die Parlamentarier auch eine wichtige Grundsatzentscheidung zu treffen haben: Der Magistrat soll sich aktiv in dem momentan laufenden Verfahren um einen Kauf von Anteilen der Eon-Mitte AG einbringen. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) hatte Mitte Dezember dem Eon-Konzern schon signalisiert, dass Stadtallendorf weiterhin Interesse an einer Beteiligung hat.

Jetzt soll das Parlament zunächst den formalen Weg dafür freimachen, dass die Stadt beim anstehenden Gesprächs- und Verhandlungsprozess mit „im Boot“ bleibt. Mitte vergangenen Jahres hatte der Eon-Konzern erklärt, das er sich von seinem Anteil am Versorgungsunternehmen Eon-Mitte trennen will. Damit stehen exakt 73,3 Prozent der Eon-Mitte-Anteile zum Verkauf. Klar ist: Ein Rückkauf der früheren EAM-Anteile wäre nur in einer Verbundlösung zu realisieren. Sprich, Landkreise, Städte und Gemeinden in Hessen müssten sich gemeinsam mit Finanzpartnern oder anderen Versorgungsunternehmen zusammentun.

Politische Gremien werden eingebunden

Doch klar ist bei dem komplexen Thema momentan nur wenig. Derzeit lässt der Eon-Konzern sein eigenes Unternehmen Eon-Mitte bewerten, damit konkrete Kaufverhandlungen anlaufen können. Was hätte Stadtallendorf von einer Beteiligung und sei sie am Ende vielleicht auch noch so klein? Bürgermeister sieht grundsätzlich die Möglichkeit, dass die Stadt Einflussmöglichkeiten bei dem in der Region wichtigen Versorger bekäme. „Und außerdem könnten wir dann theoretisch auch von Gewinnen oder Dividenden partizipieren. Wir müssten natürlich auch die Risiken mittragen“, sagt Somogyi im Gespräch mit der OP.

Doch Somogyi betont auch: „Wir können uns nur beteiligen, wenn es unsere finanziellen Möglichkeiten zulassen.“ Und er erklärt auch, dass die politischen Gremien in alle entscheidenden Schritte in den nächsten Monaten eingebunden werden. Neustadt und Stadtallendorf haben schon eine geschäftliche „Schnittmenge“ mit der Eon Mitte AG. Über die Netzgesellschaft Herrenwald betreiben die Städte ihre Stromnetze. Zug um Zug, das heißt über Jahrzehnte hinweg, sollen die Netze dabei in die Hände der beiden Nachbarstädte übergehen. Somogyi betont aber, dass ein möglicher Anteilskauf damit nichts zu tun hat, weil es um ganz verschiedene Geschäftsfelder geht.

Somogyi: Bei Gasnetzkauf höheres Risiko vorhanden

Stadtallendorf ist noch an anderer Stelle dabei, sich zu engagieren: Gemeinsam mit den Nachbarstädten Neustadt und möglicherweise auch Kirchhain gibt es Bestrebungen, dass Gasnetz wieder in kommunale Hände zurückzubringen. Auch dort ist aber nichts entschieden und alles im Fluss. Die Städte seien zunächst übereingekommen, die Vorbereitungen dafür gemeinsam zu treffen. „Ob alle drei Städte sich letztlich wirklich für eine Übernahme des Gasnetzes entscheiden, ist aber offen“, sagt Somogyi.

Das unternehmerische Risiko sei bei einer Gasnetzübernahme höher als bei der schon vollzogenen Stromnetzübernahme gemeinsam mit der Nachbarstadt Neustadt. Möglicherweise wäre auch beim Gasnetz ähnlich wie beim Stromnetz wieder eine komplexere Geschäftskonstruktion erforderlich. Der Weg dorthin ist teuer. 54000 Euro Beratungskosten wurden seinerzeit bei Beschlüssen des Stadtallendorfer und des Neustädter Stadtparlaments als Gesamtsumme veranschlagt. Bis Jahresende soll das Thema Gasnetz abgearbeitet sein.

  • Das Stadtparlament tagt am Donnerstag, 31. Januar, ab 19.30 Uhr im Stadtverordneten-Sitzungssaal neben der Stadthalle.

von Michael Rinde

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