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Stadt will an Preisschraube für Müll drehen

Abfallsystem Stadt will an Preisschraube für Müll drehen

Auf Neustadts Stadtverordnete warten ausgiebige Beratungen in den Fraktionen: Sie müssen abwägen, welche Änderungen beim Abfallsystem sie für sinnvoll halten.

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Falls der Restmüll künftig nur noch alle drei Wochen abgeholt wird, können die Neustädter dennoch ihre bisherigen Tonnen behalten.

Quelle: OP

Neustadt. „In jedem System gibt es Gewinner und Verlierer“, betonte Diplom-Ingenieur Dietmar Gruß, als er am Donnerstag den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses Tipps und Anregungen für die Neugestaltung des Abfallsystems gab. Durchschnittlich produziert jeder Neustädter im Jahr 115 Kilo Restmüll, 170 Kilo Biomüll, 76 Kilo Altpapier und 33 Kilo Sperrmüll. Sollte die Stadt wie geplant den Sperrmüll nur noch auf Antrag und zudem noch gebührenpflichtig abholen lassen, so werde die Menge deutlich zurückgehen – denn die Menschen würden die sperrigen Gegenstände dann einfach horten, sagte Gruß und hob hervor, dass er aus Erfahrung spreche.

„An der Kostenschraube können Sie nur drehen, wenn sie dem Kreis weniger Müll andienen“, sagte Gruß. Den Ausschussmitgliedern erklärte er, dass die von der Stadt geplante alternative Ausschreibung nicht zulässig sei – der Magistrat hatte angedacht, drei Varianten auszuschreiben: für den gewohnten zweiwöchigen Abfuhrrhythmus, für einen vierwöchigen Rhythmus sowie für eine Abholung wahlweise alle zwei oder vier Wochen: „Das ist eine unzulässige Markterkundung“, erläuterte er. Die Stadtverordneten müssen sich also für ein System mit einem bestimmten Rhythmus entscheiden, das letztendlich dann ausgeschrieben wird.

Derzeit stehen, so Gruß, jedem Bürger wöchentlich 16,6 Liter Volumen für Müll zur Verfügung. Werde der Abfuhrrhythmus auf drei Wochen reduziert, seien es noch 10,8 Liter, bei vier Woche wären es 8,3 Liter. Er rechnet damit, dass jeder Bürger in der Folge 70 bis 90 Kilo weniger Müll produzieren würde. Franz-W. Michels, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, zweifelte dies an. „Wenn der Müll nicht mehr in die Tonne passt, fangen die Leute an zu denken und ändern ihre Gewohnheiten. Sonst herrscht indes die Meinung: Ich habe für die Tonne gezahlt, also mache ich sie auch voll“, entgegnete Gruß.

von Florian Lerchbacher

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