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Ostkreis Stadt kalkuliert bei Friedhöfen genauer
Landkreis Ostkreis Stadt kalkuliert bei Friedhöfen genauer
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00:15 19.12.2013
Für Bestattungen und Grabstätten gilt eine neue Friedhofssatzung samt Gebührenordnung. Foto: Michael Rinde
Stadtallendorf

Mehr als ein Jahr liegt es zurück, dass das Stadtparlament beschloss, auch Rasengräber auf städtischen Friedhöfen zuzulassen. Nach dem Beschluss und den Vorarbeiten in der Verwaltung folgten die Beratungen mit den Kirchengemeinden, Friedhofsausschüssen wie auch Ortsbeiräten (die OP berichtete).

Das Endergebnis ist eine entsprechende Änderung der Friedhofssatzung, die jetzt Rasengräber als weitere Bestattungsform zulässt. Auf dem Schweinsberger Friedhof sind ab 1. Januar anstelle von Rasengräbern Baumurnengräber zulässig.

Doch die Friedhofssatzung erhält auch eine veränderte Gebührenordnung, die fast noch mehr Vorarbeiten erforderte. Denn erstmals sind sämtliche Gebühren von einem Fachbüro nachgerechnet worden. Somit gibt es nun einen Überblick über tatsächliche Kosten, wie auch über Kostendeckungsgrade nach kaufmännischen Gesichtspunkten. „Wir bekommen auf diese Weise eine rechtssichere Gebührenkalkulation, die auch einer Klage standhalten würde, wenn es sie gäbe“, erläuterte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gegenüber der OP. Ein Ergebnis der Berechnungen: Es gibt in der geänderten Gebührenordnung keine pauschalen Erhöhungen. Teilweise sind sogar Gebührensätze gesenkt worden. Die Änderungen bei den Gebühren erfolgen in mehreren Schritten, verteilt über die Jahre 2014, 2015 und 2016.

  • Einige Beispiele aus der veränderten Gebührenordnung:

Die „Überlassung eines Reihengrabes“ kostet derzeit 730 Euro. Im Jahr 2014 liegt die Gebühr bei 800, im Jahr 2015 bei 832 und im Jahr 2016 bei 865 Euro.

Günstiger wird die Benutzung der Trauerhallen. Aktuell liegt die Gebühr in der Kernstadt bei 266 Euro. Ab nächstem Jahr beträgt sie 200, im Jahr 2015 dann 208 und im Jahr 2016 schließlich 216 Euro. Die unterschiedlichen Veränderungen erklären sich durch die Berechnung der tatsächlichen Kosten.

Offenbar großes Interesse an Rasengräbern

Um Gebührenanpassungen kommt die Stadt Stadtallendorf dabei ebenso wenig herum wie andere Städte und Gemeinden. Denn ihnen sind kostendeckende Gebühren vom Land vorgeschrieben. Nach dem Jahr 2016 erfolgt dann eine erneute Berechnung von Kosten und Gebühren. Doch die Stadt wird Bestattungen weiterhin aus ihrem Haushalt subventionieren müssen, anderenfalls müsste sie Gebührensätze weit jenseits der Zumutbarkeit für ihre Bürger berechnen. „Wir machen den Spagat zwischen den tatsächlichen Kosten und dem, was sich Bürger noch leisten können“, sagt Somogyi. Aktuell gibt es Kostendeckungsgrade von 35 Prozent, künftig gelingt es der Stadt, den Grad immerhin auf 37 Prozent anzuheben. Damit bleibt es bei Subventionen in erheblichem Umfang.

Die neuen Rasengräber, nach denen es vor allem in den Stadtteilen erhebliche Nachfragen gegeben hat, bestehen aus einer Reihengrabstätte mit einem zusätzlich zu kaufenden Piltstein. Die Grabüberlassung erfolgt auf 30 Jahre, die Stadt übernimmt in dieser Zeit die Pflegearbeiten des Grabfeldes. Die Kosten liegen maximal bei 2250 Euro in der Kernstadt beziehungsweise bei 2170 Euro in den Stadtteilen. Hinzu kommen die Ausgaben für den Pultstein.

„Wir schaffen neue Auswahlmöglichkeiten und erhalten die Bestattungskultur, die sich in unserer Stadt entwickelt hat“, sagt Somogyi. Nach den langen intensiven Vorberatungen in verschiedenen Gremien machte es das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung kurz: Es verabschiedete die Satzung samt Gebührenordnung ohne Aussprache einstimmig.

von Michael Rinde