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Ostkreis Stadt beugt sich dem Druck der Bürger
Landkreis Ostkreis Stadt beugt sich dem Druck der Bürger
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20:40 23.09.2011
Mehr als 60 Zuschauer verfolgten die Bürgerversammlung in Roßdorf. Quelle: Florian Lerchbacher

Roßdorf. Nun also doch: Zwei Monate nach Beginn der Arbeiten in der Waldstraße – und zwei Monate vor dem geplanten Ende – öffnet die Stadt den Fußweg am Ende der Friedrich-Silcher-Straße, um die Anwohner zu entlasten. Massive Proteste in den vergangenen Wochen gaben den Ausschlag. Vor allem in der Zeit der Vollsperrung hatten sich die Beschwerden gehäuft, da die Anwohner einen Feldweg Richtung Rauischholzhausen nutzen mussten. Nun können Autofahrer den Fußweg zumindest als Einfahrt in das Wohngebiet „Am Einweg“ nutzen. Ausfahren müssen sie weiterhin über die Waldstraße – oder in Zeiten der Vollsperrung über den Feldweg. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg hatte sich einer zeitweiligen Umwidmung des Fußweges immer versperrt, weil sich die Stadt die 10.000 Euro für Um- und Rückbau nicht leisten könne. Nun habe es aber keinen Ausweg mehr gegeben, erklärte er.

Ein Streitpunkt gehörte also rasch den Akten an, beim Thema Finanzierung gerieten allerdings einige Anwohner in Rage. Richter-Plettenberg hatte gerade erklärt, dass gemäß des Beitragsrechtes alle Anwohner eine Vorauszahlung für die Arbeiten leisten müssten – auch die Bürger, vor deren Haustür während des ersten Abschnitts noch nichts passiert. „Ich kann mit meinem Geld Sinnvolleres tun, als es der Stadt vorzuschießen“, schimpfte eine Frau. Richter-Plettenberg betonte zwar, dass laut Baugesetzbuch die Straße insgesamt innerhalb von sechs Jahren fertig sein müsse. Dies war der Roßdorferin aber zu lange: „Wer weiß, ob ich dann noch lebe“, kommentierte sie. Der Bürgermeister ergänzte, die Stadt könne sich zumindest in den kommenden zwei Jahren den weiteren Ausbau nicht leisten, er werde sich aber bemühen, das Projekt im Haushalt unterzubringen. „Ihr braucht die Rechnung nicht schicken. Ich bezahle sie nicht“, entgegnete sie und zog sich so den Unmut einiger Stadtverordneter zu. Peter Greib (AWG) hob hervor, dass sie zahlen müsse.

von Florian Lerchbacher

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