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Ostkreis Sportler sind die besseren Politiker
Landkreis Ostkreis Sportler sind die besseren Politiker
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19:37 12.07.2010
Fußball spielt im Leben von Albert Lembach eine zentrale Rolle. Heute wird er für sein „vielfältiges Wirken zum Wohl der Bürger“ mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. Quelle: Florian Lerchbacher

Emsdorf. Im Flur steht ein Schild, das Albert Lembach als Ehrenpräsidenten des Eintracht-Frankfurt-Fanclubs Adlerhorst ausweist, auf dem Tisch liegt der Kicker. „Holland agierte zu destruktiv“, urteilt der Emsdorfer über das Endspiel vom Sonntag. Seine Lebensphilosophie spiegelt aber ohnehin eher das spanische Team wider: „Es bleibt zu hoffen, dass der jetzige spanische Fußball mit seiner gelungenen Integration auch Einfluss auf die Politik hat. Die Erfolge zeigen, dass Integration nicht nur möglich ist, sondern auch sehr positive Effekte haben kann“, erklärt er mit Verweis auf Gräben zwischen Katalanen, Basken und Andalusiern, die frühere Triumphe der mit Stars gespickten Auswahlen von der iberischen Halbinsel verhinderten.

Integration ist für Lembach ein wichtiges Schlagwort, deswegen engagiert er sich unter anderem seit zwei Jahren für „Ballance Hessen“ von Eintracht Stadtallendorf und dem Kreisfußballausschuss Marburg. Im Mittelpunkt der Initiative stehen Integration, Toleranz und Fair Play. „Gerade für Jugendliche sind Mannschaftssportarten hervorragend geeignet, um Teamfähigkeit zu erlernen“, sagt der 58-Jährige und ergänzt, dass die Jugendlichen dies im besten Fall auf das Leben übertragen. Respekt, Achtung vor dem Gegner, Rücksichtnahme, Wertschätzung und „ein stückweit Sensibilität“ wolle er durch den Fußball vermitteln. Jungen Menschen helfen, ihren Weg zu finden, gibt er als ein Ziel aus.

Politiker sollten sich ein Beispiel am Sport nehmen: „Sport ist kooperativer. In der Politik wird immer mit harten Bandagen gekämpft“, erklärt Lembach, der Mitglied der CDU Kirchhain ist, aber noch weiteren Vereinen angehört, unter anderem dem SV Emsdorf, den Wanderfreunden Hatzbachtal und „Bracht aktiv“. „Da bin ich Mitglied, weil sich der Verein auch stark für schulische Belange einsetzt“, erläutert der Konrektor der Grundschule Rauschenberg, der vornehmlich an der Außenstelle in Bracht unterrichtet. Grundschullehrer ist er seit 1974. „Kinder haben etwas Natürliches, Unverfälschtes. Sie sind eigentlich immer fröhlich und müssen sich als Mensch noch nicht so verbiegen, wie es einige Erwachsene tun“, sagt er über seine Berufswahl. Für ihn ist es wichtig, dass ein Lehrer jedes Kind individuell unterstützt. „Jedes Kind hat seine eigene Vita und braucht daher die passende Aufmerksamkeit und individuelle Förderung“, kommentiert er.

von Florian Lerchbacher

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