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Kultur-Spektakel Spannend und unterhaltsam

Peter Radestock und Stefan Gille verzückten am Donnerstagabend das Publikum im Zwinger mit der bissigen Kriminalkomödie "Abendstunde im Spätherbst" von Friedrich Dürrenmatt.

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Fürchtegott Hofer (Peter Radestock, rechts) hat das dunkle Geheimnis von Maximilian Korbes (Stefan Gille) gelüftet.Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Zum ersten Mal war „Radestocks Kleine Komödie“ zu Gast beim Amöneburger Kulturspektakel. Mit einer spannenden Aufführung über die Faszination und Verantwortlichkeit eines Schriftstellers fesselten die beiden Vollblutschauspieler Peter Radestock und Stefan Gille das Publikum von Beginn an.

Zur Handlung: Maximilian Korbes ist ein weltberühmter Schriftsteller, was allerdings nichts über seine Moral aussagt. Er gilt als verlumpt, genial, versoffen, und seine Liebesabenteuer liefern immer wieder neuen Stoff für die Boulevardpresse. Fürchtegott Hofer dagegen ist ein ehemaliger Buchhalter, der sich nach der Pensionierung als Privatdetektiv verdingt. Er ist Korbes durch die ganze Welt nachgejagt und entdeckt, dass dieser eine dunkle Seite hat. Mit buchhalterischer Akribie hält er ihm vor, alle Morde, die in dessen Büchern vorkommen seien nicht erfunden, sondern von ihm selbst begannen worden.

Um neuen Stoff für seine Romane zu finden, geht der Schriftsteller über Leichen. Am Ende bleibt der Nachweis jedoch für den Hobby-Detektiv nicht ohne Folgen.

Peter Radestock brillierte als biederer Buchhalter, Stefan Gille als Kriminalautor. In Dürrenmatts Komödie gelang es den beiden Schauspielern, ihre Ausnahmestellung einmal mehr unter Beweis zu stellen. Zudem überzeugte Max Dörbecker in mehreren kleineren Nebenrollen. Er spielte sowohl den Sekretär als auch die Geliebte.

Während Radestock mit streng gescheiteltem Haar, fest unter dem Arm geklemmter Aktentasche und zu kurz geratener Hose hervorragend die Rolle des pedantischen Buchhalters verkörperte, schaffte es Gille, perfekt die Stimmungslage des Schriftstellers darzustellen und das Gefühl der Neugier, der Überheblichkeit bis hin zu genervt sein zu vermitteln.

Am Ende kam ein vergnüglicher spannender Theaterabend, heraus für den sich die rund 100 Besucher mit frenetischem Applaus bedanken.

von Karin Waldhüter

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