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Ostkreis Unwetterfolgen belasten den Haushalt
Landkreis Ostkreis Unwetterfolgen belasten den Haushalt
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00:18 13.08.2018
Ein Kirchhainer schmeißt Müll aus seinem Keller in den Großcontainer. Quelle: Michael Rinde
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Kirchhain

Hauptproblem aller Unwetteropfer in Kirchhain war und ist der angefallene Müll. „Ich muss bestimmt noch zehn Mal fahren“, sagt ein Betroffener, als er seinen Kofferraum öffnet, um Müll auszuladen. Seit gestern Vormittag stehen Container am Freibad und am Festplatz in Kirchhain. Wenige Minuten nach dem Aufstellen fuhren die ersten Bürger mit dem vollgepackten Auto oder auch mit einer Schubkarre voller Müll vor. „Bei mir stapeln sich die Säcke, Heizung und Waschmaschine sind beide kaputt“, klagt eine Kirchhainerin. Kein Einzelfall, wie die Berichte weitere Bürger zeigen, die froh sind, Müll loswerden zu können.

Am Dienstag, 7. August, kam es im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Grund waren heftige Gewitter, die einige Schäden hinterließen. 

Bis auf Weiteres stehen die Container bereit. Betroffene können sie für kleine Mengen Hausmüll nutzen, eine Aufsicht gibt es nicht. Sobald die Container voll sind, werden sie abgeholt und später wieder hingestellt. Das erläutert Bürgermeister Olaf Hausmann im Gespräch mit der OP.

Beim Sperrmüll hat sich die Stadtverwaltung in Absprache mit dem Unternehmen und der Müllumladestation entschieden, zusätzliche Touren anzubieten. Allerdings wird der Müll nun doch nur nach Voranmeldung abgeholt. „Wir müssen einfach einen Überblick über die Mengen haben, die an die Straße gestellt werden“, sagt Hausmann. Die Zusatztouren beginnen so schnell wie möglich. Überall in der Stadt steht bereits dem Wasser zum Opfer gefallenes Inventar auf Grundstücken. Ein Kirchhainer räumte gestern seine vollgelaufene Garage in der Nähe des Freibades leer. „Davon ist nichts mehr zu retten“, so sein Eindruck. Auch der gute Rasenmäher sei wohl nicht zu reparieren. Außerdem gibt es bei der Stadt verstärkt Nachfrage nach Sandsäcken. Sie werden am Bauhof am Festplatz für 50 Cent abgegeben und können mit dem Sand von städtischen Spielplätzen gefüllt werden. Der Bauhof füllt den Sand wieder auf.

Annapark bleibt zu

Reparieren und Aufräumen bleibt auch für die Stadt das zentrale Thema in diesen Tagen. Im besonders von den Sturmfolgen betroffenen Annapark und im Freibad sind die Arbeiter gut vorangekommen. Hausmann geht davon aus, dass das Bad am Montag wieder öffnet. Beim Annapark stand für den 20. August ohnehin eine Schließung an, da Wegebauarbeiten nötig sind. Vorher wird der Park auch nicht wieder geöffnet werden. So bleibt der Stadt Zeit für alle noch nötigen Arbeiten.

Im besonders hart betroffenen Kleinseelheim muss kurzfristig die Ziegeleistraße saniert werden. Sie wurde beim Unwetter massiv unterspült. Allein diese Arbeiten kosten die Stadt mindestens 30 000 Euro. Erstmals wagt Hausmann eine Prognose zur Schadenssumme, die das Unwetter allein bei der Stadt verursacht hat. Er schätzt, dass das Unwetter die Stadt Kirchhain zwischen 300 000 und 500 000 Euro kosten wird.

Gebäude sind zwar versichert. „Aber auch dort haben wir Selbstbeteiligungen“, so Hausmann. Bei der Müllentsorgung rechnet die Stadt allein mit Kosten von bis zu 50 000 Euro zusätzlich. Eine andere Baustelle: Es ist noch völlig offen, welche Schäden im Keller des Hallenbades zu beheben sein werden. Dort, wo sich früher Kegelbahn und Theke befanden, stand das Wasser mehr als zwei Meter hoch. Es habe dort schlimm ausgesehen, so Hausmann. „Für eine solche Situation haben wir einfach keinen Puffer im Haushalt“, fasst es das Kirchhainer Stadtoberhaupt zusammen.

von Michael Rinde

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