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Sonnenrad ziert Ostereier und Trachten

Ostereiermarkt Sonnenrad ziert Ostereier und Trachten

Mittelpunkt eines jeden Erfurtshäuser Ostereiermarktes ist seit Jahren die Sonderausstellung. Sie zeigt anschaulich, welchen Ursprung so manches Motiv auf dem Ei hat.

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Volker Seumer rückt die Figur eines jungen Mannes in Position, der sich von seinem Mädel sein Osterei abholen will.

Quelle: Michael Rinde

Mardorf. Ein junger Mann erklimmt die Leiter. Er holt sich in der Osternacht das Ei ab, das sein Mädel liebevoll für ihn bemalt hat. „Damit waren die beiden beinahe verlobt, wie es heute heißen würde“, erklärt Bernhard Dörr. Ein solches historisches Ereignis ist ab Freitagmittag im Foyer des Mardorfer Bürgerhauses dargestellt. Dort beginnt um 14 Uhr der 33. Erfurtshäuser Ostereiermarkt, eine Veranstaltung von überregionalem Rang. Monatelang haben Mitglieder des Brauchtumskreises Mardorf-Erfurtshausen und die Volkstanzgruppe Erfurtshausen für diesen zweieinhalbe Tage dauernden Markt gearbeitet.

„Herz, Stern und Lebensbaum – das Osterei als Spiegel traditioneller Muster“ lautet das Thema der Sonderausstellung, die jedem Erfurtshäuser Ostereiermarkt einen eigenständigen Charakter verleiht. Lebensbaum- und Sonnenrad-Motive fanden sich vor mehr als 200 Jahren in vielen Häusern. „Sie waren alte heidnische Fruchtbarkeitssymbole, mit denen Hausbewohner um Schutz oder um eine gute Ernte baten“, sagt Dörr.  Sie fanden vor zwei Jahrhunderten ihren Weg auf die ersten handverzierten Ostereier. Bei der Sonderausstellung will Dörr jetzt zeigen, welche Wege die historischen Motive genommen haben. Neben bemalten Ostereiern liegt ab Freitag das passende Trachtenteil.

Außerdem zeigt die Sonderausstellung eine weitere Rarität, die im Brauchtum vormals eine große  Rolle spielte: die zur Tracht gehörende Kappe. Im Prinzip seien diese größeren Kappen im 19. Jahrhundert ausgestorben, erläutert Ausstellungssgestalter Dörr. 25 bis 30 solcher Kappen sind ab heute im Bürgerhaus Mardorf zu sehen. Auf ihnen sind weitere üppige historische Stickereien zu sehen.

Auch die finden sich auf bemalten Ostereiern, auch hier haben Besucher den direkten Vergleich während der Sonderausstellung.  Die Zahl der erhalten gebliebenen bemalten Eier aus früheren Jahrhunderten in der Region ist sehr niedrig. „Eier waren Gebrauchsgegenstände. Sie wurden auch bemalt und dann irgendwann aufgegessen“, begründet Dörr diese Tatsache. Aber dennoch sind einige erhaltene historische Eier in Mardorf ausgestellt. Sie stammen aus den Jahren 1878 und 1929.

30 Ostereiermalerinnen und -maler haben sich für den Markt, zu dem Menschen aus der gesamten Republik anreisen, angekündigt. Neben der großen Gruppe der heimischen Künstler sind auch andere landestypische Techniken zu sehen.

Der 33. Ostereiermarkt Erfurtshausen im Bürgerhaus Mardorf hat folgende Öffnungszeiten: Freitag: 14 bis 18 Uhr; Samstag: 10 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

von Michael Rinde

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