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Sonnenkrieger bringt Entspannung

Schulbesuch Sonnenkrieger bringt Entspannung

Die wenigsten Menschen sind hierzulande je einem Indianer begegnet. Die Kinder der Grundschule Rauschenberg schon, und diese Begegnung hinterließ einen bleibenden Eindruck.

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Miguel Totokajozin tanzte für die Schülerinnen und Schüler in Rauschenberg. Viertklässler Carl Conrad durfte sogar die mächtige Federkrone aufsetzen. Fotos: Karin Waldhüter

Rauschenberg. Riesengroß sind die staunenden Augen der rund 100 Grundschüler, als sich die Tür der Sporthalle öffnet und Sonnenkrieger Miguel Totokajozin mit seiner etwa 2,50 Meter hohen Federkrone hereinkommt. Miguel ist barfuß, mit freiem Oberkörper und der prächtige Federschmuck verleiht ihm eine mächtige Aura. Lendenschurz, Rasseln an den Beinen, Schmuck und Schild am Körper: Da müssen die Schüler und auch die begleitenden Lehrerkräfte schon mal doppelt hinschauen.

Miguel stammt vom Volke der Azteken und kommt aus dem mexikanischen Tal des Todes. Sein Name bedeutet übersetzt so viel wie „Derjenige, der mit dem Herzen tanzt“. Zu den Trommelschlägen seines Gefährten Tonal zeigt Miguel den Sonnentanz, indem er alle Himmelsrichtungen begrüßt. Tonal bedeutet „Mais“ und ist der indianische Name von Mario Tränkler. Er bezeichnet sich selbst als „Sauerländer Comanchen“. In den 50er Jahren war sein Vater aus den USA nach Frankfurt gekommen und hatte hier ein „hessisches Mädchen“ geheiratet.

„Wir machen keine Show“, stellt Tonal zu Beginn klar, „dies ist eine Zeremonie zu Ehren der Sonne, Erde und der Himmelsrichtungen“. Kapal - eine Art Weihrauch steigt von einem kleinen Stein auf und verbreitet seinen Duft in der Halle. Der Rauch soll den Raum für die Zeremonie reinigen. Eine Stunde lang bringen die beiden den Schülern die indianische Kultur näher, lassen sie indianisch relaxen, mittanzen, mitmachen und miterleben. Dazu üben alle gemeinsam den Ruf „Tjauwi“ - den Gruß der Erde an die Sonne. Die beeindruckende Federkrone dient als Antennen zwischen Sonne und Erde. Damit der Empfang gut ist, tanzen die Indianer barfuß. Die Federn stammen von einem Königsfasan und einem Feuerfasan, die bunten Federn sind Naturfedern eines Papageis. Die blauen Feder stehen für Wasser, die grünen für Erde, die roten für das Feuer und die gelben für die Sonne. Die Farben weiß und schwarz symbolisieren das Gleichgewicht der Erde.

365 verschiedene indianische Tänze gibt es. Manchmal wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang getanzt, der längste Tanz dauere sieben Tage. Mit Mais, Tomate und Schokolade sei das indianische Kulturgut auch im deutschen Alltagsleben gegenwärtig, erläutert Tränkler.

Zur der abschließenden indianischen Meditation bilden alle Schüler einen dichten Kreis um die Tänzer. Mit Regengeräuschen, Vogelstimmen und leisen Trommelgeräuschen entführten Tonal und Miguel die Schüler zum Entspannen direkt in den Dschungel, und viele Schüler genießen die entspannte Atmosphäre und sitzen ganz locker und mit geschlossenen Augen in dem Kreis.

„Es ist etwas ganz besonderes, so etwas hautnah zu erleben und nicht nur im Fernsehen“, erzählt Schulleiterin Nicoletta Pfrommer, die erwägt die Gruppe noch einmal in die Schule einzuladen. Dann soll eventuell sogar es ein richtiges Indianer-Tipilager mit Pferden geben.

von Karin Waldhüter

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