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Soldatenheim wird nicht "wiederbelebt"

Bundeswehr Soldatenheim wird nicht "wiederbelebt"

Die Hoffnungen auf die Sanierung des Soldaten-Freizeitheimes haben sich erledigt. Der Bund sieht für die Einrichung keinen Bedarf mehr.

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Quelle: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Das Soldatenfreizeitheim „Haus Hohenwald“ wird nicht saniert und auch nicht weiterbetrieben. Dies verkündete der Standortälteste, Brigadegeneral Volker Bescht, bei der Einweihung der erweiterten Militärgeschichtlichen Sammlung. Jahrelang war um die Sanierung gerungen worden. Vertreter der Bundeswehr, aber auch engagierte Stadtallendorfer Bürger hatten ein Nutzungskonzept entwickelt. Bis zu vier Millionen Euro hätte die Umsetzung gekostet. Doch der Bund stellte in den vergangenen Monaten alle Soldaten-Freizeitheime auf den Prüfstand. Das Ergebnis: Für das Stadtallendorfer Soldaten-Freizeitheim wird es keine „Wiederbelebung“ geben. „Das ist ein harter Schlag in die Kniekehlen der am Standort stationierten Soldaten, die zumindest ein Minimum an Betreuung brauchen“, bedauerte General Bescht die Entscheidung während der Veranstaltung in der Militärgeschichtlichen Sammlung. Bescht hatte gleich bei Eintreffen des Stabes der Division Spezielle Operationen ein fehlendes Betreuungsangebot am Standort Stadtallendorf kritisiert und Abhilfe gefordert. Zugleich war das Soldaten-Freizeitheim bis zu seiner Schließung vor mehr als zweieinhalb Jahren ein Treffpunkt zwischen Soldaten und Stadtallendorfer Bevölkerung.

Eigentümer des Gebäudes ist der Bund, Träger des Soldaten-Freizeitheimes war bisher die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldaten (KAS). Aus Bundeswehrkreisen hieß es zu den Gründen für die Aufgabe, dass im Verteidigungsministerium kein Bedarf für das Soldaten-Freizeitheim mehr gesehen wird. Außerdem scheut das Ministerium wohl offenbar die sehr hohen Sanierungskosten. Eine Bestätigung gab es dafür aber gestern nicht.

Rettung für Sammlungund Gebäude?

Eine Idee für die künftige Nutzung des seit 2010 leerstehenden Gebäudes ist es, dort die Militärgeschichtliche Sammlung unterzubringen (siehe auch obigen Bericht). „Soweit eine Nutzung für die militärhistorische Sammlung möglich ist, gehen wir insgesamt von überschaubaren Aufwendungen für eine Sanierung aus. Vermutlich wird hier dann aber auch viel Eigenleistung einfließen müssen“, erklärte General Bescht gegenüber der OP. Zu beziffern sind die Sanierungskosten aber noch nicht, dazu sind die Überlegungen zu frisch. Wann eine entsprechende Entscheidung fallen könnte, ist auch noch unklar.

Doch wie will die Bundeswehr ihr Betreuungsangebot für junge Soldaten am Standort nunmehr verbessern? „Das Angebot in Stadtallendorf deckt nun leider nicht alle Wünsche ab, die junge Menschen heute haben. Wir zählen deshalb auch auf die Stadt und die lokalen Unternehmer, ein Angebot zu schaffen, das auch für unsere jungen Soldaten interessant ist“, erklärte Bescht gestern.

von Michael Rinde und Alfons Wieber

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