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Soldaten sagen Kommandeur Adieu

Kommandowechsel Soldaten sagen Kommandeur Adieu

Oberstleutnant Frank Buthmann ist erst der dritte Kommandeur des Luftlandefernmeldebataillons DSO „Hessischer Löwe“ und wahrscheinlich auch der letzte.

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Brigadegeneral Volker Bescht (von links), Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi und Oberstleutnant Jan-Peter Fiolka schritten die Front ab. Kleines Foto: General Bescht übergab das Kommando an Oberstleutnant Frank Buthmann. Fotos: Rinde

Stadtallendorf. Freddy Quinns Stimme erschallte am Freitagmorgen auf dem Appellplatz der Herrenwaldkaserne. „Hundert Mann und ein Befehl“ tönte aus dem Lautsprecher. Es war ein besonderer Wunsch von Oberstleutnant Jan-Peter Fiolka, dem scheidenden Kommandeur des Luftlande-Fernmeldebataillons DSO „Hessischer Löwe“. Künftig ist er im französischen Reims als Heeresverbindungsoffizier stationiert.

Im April 2010 übernahm Fiolka das Kommando von Oberstleutnant Achim Fahl. Den angetretenen Soldaten bescheinigte er hervorragende Leistungen. Und er riet ihnen sich auch in turbulenten Zeiten an einen seiner Wahlsprüche zu halten: „Bange machen gilt nicht“. Diese Ermunterung hat einen ernsten Hintergrund. Das Luftlandefernmeldebataillon DSO „Hessischer Löwe“ wird aufgelöst, die Soldaten werden in zwei Fernmeldestaffeln umgegliedert, die dann ab 2014 zur künftigen Division Schnelle Kräfte gehören werden. Als Fiolka seinen Dienst antrat, unterstanden ihm 1000 Soldaten, darunter auch noch Wehrpflichtige.

Aktuell seien es 550, wobei derzeit zwischen 350 und 400 Soldaten im Tagesdienst in der Herrenwaldkaserne seien, erläuterte Fiolka beim Übergabeappell. Die übrigen befinden sich im Urlaub, auf Lehrgängen, sind erkrankt oder zu einem Auslandseinsatz abkommandiert.

Zum 1. Oktober beginnt die Auflösung der 6. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons, in der freiwillig Wehrdienstleistende ausgebildet werden. Fiolkas Nachfolger Frank Buthmann steht also vor einigen Aufgaben in den nächsten Monaten. Buthmann ist erst vor kurzem von einem Lehrgang in den USA zurückgekehrt.

Brigadegeneral Volker Bescht, stellvertretender Kommandeur der Division Spezielle Operationen, vollzog die Bataillonsübergabe. Er widmete sich der Frage, wo derzeit die deutschen Streitkräfte aus seiner Sicht stehen. Bescht hob zunächst die Verkleinerung des Heeres von derzeit fünf auf künftig drei Divisionen hervor.

Kritik an der Wehrpflicht-Aussetzung

Die Finanzen und die Aussetzung der Wehrpflicht hätten die jetzt angelaufene Strukturreform bestimmt. Bescht erneuerte seine Kritik in Richtung Aussetzung der Wehrpflicht. Sie sei zu schnell erfolgt und möglicherweise nicht bis in die letzte Konsequenz durchdacht gewesen. „Wir haben durch die Wehrpflicht immerhin 50 Prozent unseres Nachwuchses gewonnen“, sagte Bescht.

Im nächsten Jahr stellt die Division Spezielle Operationen wiederum ein größeres Truppenkontingent für Afghanistan. Rund 1000 Soldaten aus Einheiten der DSO werden nach jetzigem Stand am Hindukusch eingesetzt sein. 23 Soldaten stammen aus dem Luftlandefernmeldebataillon aus Stadtallendorf.

Ausdrücklich lobte der Brigadegeneral, der zugleich Kommandeur der Divisionstruppen ist, Oberstleutnant Fiolka. Für seine Verdienste verlieh er ihm die Fallschirmjäger-Ehrennadel.

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