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Soldaten geloben auf die Fahne

Bundeswehr Soldaten geloben auf die Fahne

In Stadtallendorf ist die Zeit der Grundausbildung von Soldaten ab Oktober beendet. Gestern legten noch einmal 77 Soldaten das feierliche Gelöbnis ab.

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Nach drei Monaten Grundausbildung legte diese Soldatenabordnung symbolisch für alle antretenen Rekruten das Gelöbnis ab. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Am Rande des Rasenfeldes in der Herrenwaldkaserne stehen etwa 200 Eltern, Angehörige und Freund der 77 Rekruten vom Luftlandefernmeldebataillon DSO „Hessischer Löwe“ und vom 1. Jägerregiment aus Schwarzenborn. Sie verfolgen das möglicherweise letzte Gelöbnis mit Soldaten, die in Stadtallendorf ihre Grundausbildung absolvierten.

Denn die 6. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons wird definitiv im nächsten Monat aufgelöst. Oberstleutnant Frank Buthmann, Kommandeur des Bataillons bestätigte dies im Gespräch mit dieser Zeitung nach dem Gelöbnis. Für die Bevölkerung gehe die Zeit der feierlichen Gelöbnisse bis auf Weiteres zu Ende. Doch er betonte zugleich: „Mit der Umgliederung werden die Aufgaben der Soldaten am Standort vielfältiger und auch um zivile Anteile ergänzt.“ Damit meinte Buthmann unter anderem die geplante Verlegung der Leitstelle der SAR-Rettungsflieger von Münster nach Stadtallendorf.

Beim eigentlichen Gelöbnis spielte das Ende der Grundausbildungen in Stadtallendorf jedoch überhaupt keine Rolle. Für die Rekruten zog deren Sprecher, der Funker Benedikt Reuter eine durchweg positive Bilanz dieser ersten drei Monate bei der Bundeswehr. Für ihn waren erfahrene Kameradschaft und gewonnene Disziplin im „Kampf mit dem inneren Schweinehund“ zentrale Erfahrungen. Ein Appell anlässlich eines Gelöbnisses sei keine Routine, er habe besonderen Charakter, betonte Oberst Thomas Wandinger vom Chef des Stabes der Division Spezielle Operationen. Wandinger reflektierte in seiner Rede die Entwicklung der Bundeswehr und der deutschen Gesellschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten. Einige der jungen Soldaten dürften in den nächsten Jahren auch vor Auslandseinsätzen stehen. Aus Wandingers Sicht ist der Einsatz militärischer Mittel für die Bundesrepublik stets das letzte Mittel, wenn Diplomatie oder wirtschaftlicher Druck in Konflikten nicht zum Erfolg führen. „Die Kultur der Zurückhaltung ist in Deutschland Staatsräson“, betonte der Offizier.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gab den Rekruten einen Überblick über die Entwicklungsgeschichte Stadtallendorfs. Auch er ging ausführlich auf die internationalen Aufgaben der Bundeswehr ein. Heute werde die Mitwirkung Deutschlands bei der Lösung internationaler Konflikte und Krisen erwartet, Einsätze seien von humanitären wie militärischen Aufgaben geprägt. Über Einsätze entscheide der Bundestag. „Daher kann man nicht die Soldaten in die Pflicht nehmen, die angeordneten Auslandseinsätze in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. “ Dies bleibe Aufgabe der Politik, die diese nicht delegieren könne.

Der gestrige Appell war nicht nur ein reines Gelöbnis. Ein Teil der Soldaten wurde vereidigt. Das betrifft Soldaten auf Zeit oder angehende Berufssoldaten.

von Michael Rinde

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