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Soldaten ertränken die Angst im Wasser

Übung Soldaten ertränken die Angst im Wasser

Nach stundenlangem Warten kommt der Adrenalinrausch: Die Stadtallendorfer Soldaten sprangen zum ersten Mal in den Edersee.

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Mit vereinten Kräften hiefen die Helfer zuerst den Springer ins Boot. Anschließend holen sie den vom Wind aufgeblähten Fallschirm ein.

Quelle: Nadine Weigel

Waldeck . Unter seinen Füßen geht es 450 Meter tief in den Abgrund. Ein letzter Blick auf das dunkel glitzernde Wasser des Edersees und schon springt Tobias Ehlke ab. Mit Tempo 200 rast der Oberleutnant auf das Wasser zu.

Es ist eine Premiere. Zum ersten Mal trainiert das Luftlandefernmeldebataillon Division Spezielle Operationen am vergangenen Donnerstag das Fallschirmspringen in den Edersee. Der Wassersprung ist ein seltener Bestandteil der Ausbildung und wurde bisher vorwiegend am Bodensee trainiert.

Die Einheit unter dem Kommando von Oberstleutnant Achim Fahl probt den Ernstfall. Denn die Soldaten der Bundeswehr müssen in jeder Situation gewappnet sein. Ihr Leben hängt davon ab. Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten mehr als 260.000 Bundeswehrangehörigen starben 81, insgesamt 113 Soldaten wurden durch Fremdeinwirkung verwundet.

„Jeder Handgriff muss sitzen“, erklärt Marcus Groth. Der Hauptfeldwebel ist sogenannter Absetzleiter und dafür verantwortlich, dass im Hubschrauber alles reibungslos abläuft. Gut 25 der insgesamt 100 Fallschirmspringer haben sich vor dem Hubschrauber versammelt und hören dem Hauptfeldwebel aufmerksam zu. „Zum Rausspringen benutzt ihr bitte nur in Flugrichtung die rechte Tür“, erklärt Groth und klettert in den Hubschrauber des Typs Bell. Die Soldaten nennen die Bell nur „Teppichklopfer“, weil sie sich anhört, als würde jemand kräftig auf einen Teppich klopfen.

Während die 70 Stadtallendorfer und die 30 aus Seedorf angereisten Soldaten auf einem Reitplatz in der Nähe von Waldeck die letzten Instruktionen erhalten, warten rund 50 Schaulustige ungeduldig am See. Boote der DLRG und der Wasserschutzpolizei dümpeln erwartungsvoll im dunklen Wasser des Edersees. Mehr als vier Stunden verzögerte sich der Wassersprung, da dichter Nebel über dem Gewässer hing und ein Flugmanöver für den Hubschrauberpiloten zu gefährlich gewesen wäre. „Das ist natürlich immer ärgerlich, aber gegen das Wetter können wir nichts machen“, bedauert Oberstleutnant Fahl und schaut Richtung Feldküche.

von Nadine Weigel

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Zum ersten Mal trainierte das Luftlandefernmeldebataillon Division Spezielle Operationen am vergangenen Donnerstag das Fallschirmspringen in den Edersee. Der Wassersprung ist ein seltener Bestandteil der Ausbildung und wurde bisher vorwiegend am Bodensee trainiert. Jetzt sprangen die Stadtallendorfer Soldaten in den Edersee. Um in die Galerie zu gelangen, klicken Sie auf eines der Bilder.

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