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Soldat schikanierte Rekruten

Neustadt Soldat schikanierte Rekruten

Wegen „Böswilliger Diensterschwernis“ hat das Kirchhainer Amtsgericht am Dienstag einen heute 22-jährigen Polizeischüler zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt.

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Bundeswehr-Rekruten  werden an ihrem Gewehr G 36 auf einem Truppenübungsplatz ausgebildet.  Bei einer Ausbildungseinheit in Neustadt wurden Rekruten 2010 derart schikaniert, dass zeitweise nur 15 von 90 Wehrpflichtigen morgens gesund zum Antreten erschienen.

Quelle: Oliver Berg

Kirchhain. Das unter Vorsitz von Richter Joachim Filmer Gericht sah es nach fünfeinhalbstündiger Verhandlung als erwiesen an, dass der damalige Obergefreite und Hilfsausbilder einer  in Neustadt stationierten Ausbildungseinheit der Bundeswehr am 7. September 2010 Rekruten eines Zuges vorsätzlich schikaniert hat.

Laut dem Ergebnis der Beweisaufnahme  mussten die Soldaten zwischen 23 und 4 Uhr immer wieder ihre Ausrüstung sowie Stuben, Flure, Treppenhäuser und einen Keller nachreinigen. Dabei hatte der Obergefreite spätestens ab 2 Uhr die alleinige Befehlsgewalt. Die missbrauchte er nach Überzeugung des Gerichts auch dazu, die Rekruten gut eine Stunde strammstehen zu lassen. Nach nur 45-minütiger Nachtruhe wurden die Soldaten geweckt und mussten zu einem ganztägigen Orientierungsmarsch antreten.

Das Urteil hat möglicherweise schwerwiegende Konsequenzen für die berufliche Ziele des angehenden Polizeibeamten.

von Matthias Mayer

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