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Ostkreis Sieben Zeugen, sieben Versionen
Landkreis Ostkreis Sieben Zeugen, sieben Versionen
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20:09 26.07.2011
Vorsicht bei Zweikämpfen. Im Zweifelsfall kickt Paragraph 223 des Strafgesetzbuches (vorsätzliche Körperverletzung) mit. Quelle: Nadine Weigel

Kirchhain. Das Verfahren gegen den jungen Familienvater eines Kindes, der sich wegen des Tatvorwurfs der vorsätzlichen Körperverletzung zu verantworten hatte, endete mit einem Freispruch auf Kosten der Staatskasse.

Amtsgerichtsdirektor Edgar Krug kam am Ende zu dem Schluss, dass der Tatvorwurf dem Angeklagten nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit nachzuweisen sei.

Wer schon einmal wenige Sekunden nach einem Treffer auf dem Fußballplatz seinen Nachbar nach der Entstehungsgeschichte des Tores fragte, der weiß, dass Fußball-Zeugen denkbar schlechte Zeugen sind. Dieses Stück Lebenserfahrung sollte sich während der gestrigen Hauptverhandlung auf das Vortrefflichste bestätigen.

Gleich acht Augenzeugen des Fußballspiels zwischen dem TSV Speckswinkel und dem FC Waldtal am 17. Oktober 2010 waren zur Wahrheitsfindung aufgeboten. Sieben Zeugen erschienen, und die boten sieben verschiedene Versionen zum angeklagten Tatgeschehen an.

Wenige Minuten vor Schluss der A-Liga-Partie, die schon zur Pause beim Stand von 7:0 für Speckswinkel entschieden war, soll der Kapitän des FC Waldtal den Speckswinkeler Torjäger mit einer gezielten Kopfnuss zu Boden gestreckt haben. Tatsächlich gesehen hatte dieses Geschehen nur ein Zeuge: Der Trainer des TSV Speckswinkel, der seine Aussage im Zeugenstand gegenüber seiner polizeilichen Vernehmung allerdings in wichtigen Details veränderte.

von Matthias Mayer

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