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Senioren fürchten um ihre Versorgung

Bereitschaftsdienst Senioren fürchten um ihre Versorgung

Die Zukunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Landkreis beschäftigt weiterhin die Gemüter. Möglicherweise fällt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Ende Februar eine Vorentscheidung.

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Die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in Stadtallendorf befindet sich seit zwei Jahren in diesem städtischen Neubau am Scheidfeld. Archivfoto

Stadtallendorf. Bei Mitgliedern des Stadtallendorfer Seniorenbeirats gibt es nach wie vor immer wieder Nachfragen besorgter Bürger, wie es denn um die Zukunft der ärztlichen Bereitschaftsdienst-Zentrale in Stadtallendorf bestellt ist. Wie die OP berichtet, wird derzeit ernsthaft darüber diskutiert, den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Marburg-Wehrda zu zentrieren und zusätzlich einen deutlich umfangreicheren ärztlichen Hausbesuchsdienst zu organisieren. Der Seniorenbeirat ist das offizielle Sprachrohr für rund 4000 Menschen über 65 Jahre in der zweitgrößten Stadt des Landkreises. Die Sorgen der Senioren hat das Gremium nun mit deutlichen Worten in einer Resolution zusammengefasst. „Die Menschen haben Angst, dass sie irgendwann mal nicht mehr rechtzeitig zum Arzt kommen“, sagt Reinhard Kauk, Vorsitzender des Seniorenbeirats Stadtallendorf. In der Resolution schlägt sich das entsprechend nieder. Der Beirat fürchtet, bei einer Zentralisierung eine „nicht zumutbare Verschlechterung der Gesundheitsversorgung.“ Doch wird ein Hausbesuchsdienst solche Probleme nicht verhindern? „Bisher wird über das, was kommen soll nur vage gesprochen“, entgegnet Reinhard Kauk. Den politischen Gremien in Stadt und Kreis bescheinigt er dabei allerdings, dass sie durchaus alarmiert sind.

Am 23. Januar tagt eine vom Landkreis organisierte „Gesundheitskonferenz“ zu dem Thema. Eingeladen sind unter anderem die Ombudsleute der vier aktuellen Bereitschaftsdienstbezirke und außerdem alle Bürgermeister des Kreises. Eigentlich sollte auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) teilnehmen. Denn bei ihr liegt letztlich die Entscheidung über die Bereitschaftsdienstorganisation. Doch der KV-Vertreter musste den Termin absagen. Am selben Tage wird nämlich auch der neue KV-Vorstand von der Vertreterversammlung bestimmt. Das bestätigte KV-Sprecherin Petra Bendrich gestern gegenüber der OP.

Kreis sieht sich in Moderatorenrolle

Aber macht eine solche Konferenz noch Sinn, wenn die entscheidende Institution nicht vertreten ist? Kreis-Gesundheitsdezernent Dr. Karsten McGovern sagt ja. Denn er erwartet sich auch von den Ärztevertretern aufschlussreiche Informationen. „Es ist auch wichtig, die verschiedenen Interessen transparent zu machen“, sagt McGovern. Jene Gesundheitskonferenz hat zwar keinerlei Entscheidungsbefugnisse. Doch sieht McGovern den Kreis dabei als „Moderator“, um vielleicht doch eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.

Wichtig könnte die übernächste Vertreterversammlung der KV am 23. Februar werden. Denn dann wird aller Voraussicht nach über ein hessenweites Konzept für den ärztlichen Bereitschaftsdienst beraten, wie Petra Bendrich erläutert.

In diesem Konzept dürfte zum Beispiel festgeschrieben werden, welche Mindestgrößen ärztliche Bereitschaftsdienst-Bezirke in der Zukunft haben werden. Davon könnte abhängen, in wie viele Dienstbezirke der Landkreis Marburg-Biedenkopf zukünftig eingeteilt werden muss.

von Michael Rinde

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