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Sechs junge Störche leben an der Lache

Storchen-Nachwuchs Sechs junge Störche leben an der Lache

Bis zu 30 Störche an einem Tag hat Robert Cimiotti zeitweise im Gebiet rund um die Radenhäuser Lache gezählt, das sind rekordverdächtige Zahlen für die gesamte Region.

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Zwei der vier jungen Störche schauten gestern aus einem Nest an der Radenhäuser Lache. Rechtes Bild: Auf einer frisch gemähten Kirchhainer Ohmwiese landeten vor wenigen Tagen wieder einmal zahlreiche Störche. Fotos: Michael Hoffsteter / Helmut Schaake

Amöneburg. Die vier kleinen Störche recken ihre Köpfe aus dem Nest. Sie üben sich schon im Flügelschlagen, ihre ersten Flugversuche stehen unmittelbar bevor. Ursprünglich kamen in diesem Nest sogar fünf Störche zur Welt. Doch eines der Tiere hat offenbar nicht überlebt. Nur wenige Meter weiter, in einem weiteren Storchennest, hat Robert Cimiotti vom Naturschutz-und Informationszentrum (Niza) in Amöneburg zwei weitere Jungtiere entdeckt. Und in einem dritten Nest an der Radenhäuser Lache brütet ein Storchenpaar. In ihrem Fall weiß Cimiotti aber nicht, ob dort noch Nachwuchs zur Welt kommt. Die beiden sind Spätbrüter. „Das ist das bisher beste Storchenjahr bei uns“, freut sich der Vogelexperte beim Blick durch das Fernglas am Beobachtungsstand. Gerade haben die vier Storchenjunge Futter bekommen. Einer der Eltern steht aufmerks auf dem Nestrand, putzt immer wieder sein Gefieder. Auf den Wiesen rund herum versammeln sich immer wieder zahlreiche Störche. An Spitzentagen hat Cimiotti bis zu 30 Tiere gezählt. Mittlerweile sind es etwas weniger geworden. Aber am Donnerstag waren es immerhin noch 20 Tiere, die sich auf Ohmwiese niederließen.

von Michael Rinde

Bevorzugt landen sie auf Wiesen, die Landwirte frisch gemäht haben. Vor sechs Jahren beobachteten Vogelexperten die erste Brut auf einem Mast an der Lache. Seitdem waren die Nester an der Lache jedes Jahr Ziel von Storchenpaaren. Während die männlichen Storche ihren Nestern weitgehend treugeblieben sind, wechselten die Weibchen immer wieder. Aktuell hat Cimiotti ein Weibchen aus der Wetterau beobachtet. Aber auch Tiere, die ihre Ringe in Colmar oder Ulm erhalten haben, hat er im vergangenen Jahr schon registriert. Die Tiere, die sich im Moment auf den Wiesen bei Kirchhain oder an der Radenhäuser Lache aufhalten, nennt Cimiotti „Westzieher“. Viele der Tiere flögen in den kalten Monaten nicht mehr bis nach Afrika. Sie überwinterten in Spanien. Dadurch ist die Storchenpopulation laut Cimiotti insgesamt stark gewachsen. Den Flug über die Sahara hatten viele der Tiere in der Vergangenheit kräftemäßig nicht überstanden.Sobald die Jungtiere ihre ersten Flugversuche bewältigt haben, werden sie immer seltener in den Storchennestern zu beobachten sein. Sie verlassen die Nester dann tagsüber. Bald werden die Jungstörche nur noch an der Schnabelfarbe von älteren Tieren zu unterscheiden sein. Bei Jungtieren ist der Schnabel noch schwarz.

Aber die Radenhäuser Lache hat in diesem Jahr noch weitere Besonderheiten für Vogelfreunde zu bieten. So hat Cimiotti unter anderem zwei Brutpaare der seltenen Neuntöter gesichtet. Auch Nester von Schwarz- und Rotmilanen hat er entdeckt. Diese in Pappeln verborgenen Nester seien aber für Laien kaum zu entdecken, sagt er.

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