Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Schwimmer wollen angehört werden

Badsanierung Schwimmer wollen angehört werden

Die Planungsphase für die Hallenbadsanierung einschließlich europaweiter Ausschreibung ist im Gange. Die Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf fürchtet, dass ihre Belange zu spät berücksichtigt werden.

Voriger Artikel
Willkommener Geldsegen
Nächster Artikel
Felkl und Emmerich gewinnen Bürgermeisterwahlen

Trainer Wolfgang Schüddemage arbeitet mit einer Trainingsgruppe der Schwimmabteilung der Eintracht im Stadtallendorfer Hallenbad. Foto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Trainer Wolfgang Schüddemage von der Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf kennt die Erfordernisse für ein trainings- und wettkampftaugliches Hallenbad bis in die Details. Vor diesem Hintergrund sorgt sich Schüddemage wie auch der Vorstand der Schwimmabteilung angesichts der anstehenden Sanierung des Hallenbades.

Er befürchtet, dass die Vorplanungen für die Badsanierung, die im nächsten Jahr anläuft, bereits zu weit gediehen ist, ohne dass Vereine und Schulen einbezogen wurden. Denn bereits für die Vorbereitung der Ausschreibung der Planungsarbeiten habe es Vorplanungen geben müssen, erläutert Schüddemage im Gespräch mit dieser Zeitung.

Das hält der Trainer, unterstützt vom Schwimmabteilungs-Vorstand, für fatal. Denn: Schon wenige kleine Veränderungen könnten das Sport- und Freizeitbad um die Trainings- und Wettkampftauglichkeit bringen. Ein Beispiel: Sollte es an den Fliesen Veränderungen geben, so könnte am Ende keine ausreichende und vorgeschriebene Bahnlänge mehr zur Verfügung stehen. Das Stadtallendorfer Hallenbad verfügt über eine 25-Meter-Bahn.

Stadtallendorf profitiert in ganz herausragendem Maße vom ausgelaufenen Landes-Förderprogramm „HAI“ (Hallenbad-Investitionsprogramm). 1,3 Millionen Euro bekommt Stadtallendorf. Zum Vergleich: Die Sanierung des Wetzlarer Europabades wurde mit 1,1 Millionen Euro gefördert, im Regelfalle lagen die Fördergelder deutlich unter der Millionengrenze. Doch „HAI“ sieht ausdrücklich vor, das mit Vereinen, Schulen und Schwimmsport-Verbänden zusammengearbeitet wird. Genau das vermisst Schüddemage bisher seitens der Stadtwerke Stadtallendorf. „Wie es geht, hat uns Wetzlar eigentlich vorgemacht“, sagt der Trainer.

Neue Startblöcke und Lagermöglichkeiten

Wie sähen die Vorstellungen der Schwimmabteilung aus Sicht des Trainers Schüddemage aus? Neben der Wettkampftauglichkeit geht es um eine Verbesserung des alltäglichen Trainingsbetriebs. Beispiele: Es fehlt an Möglichkeiten, das Material, das jeder Schwimmsportler braucht, unterzubringen. Ein Brett, drei Paar Flossen und „Poolboys“ gehören zum Standard. Es fehlt an nötigen Spinden, ein selbstgebauter Behelfsschrank muss derzeit ausreichen. Generell mangelt es an Platz rund um das Becken.

Ein sehr wichtiger Punkt: Es sind aus Schüddemages Sicht neue Startblöcke nötig. Mit den aktuellen, mehrere Jahrzehnte alten Startblöcken lasse sich keine moderne Starttechnik mehr trainieren, außerdem seien die jetzigen Blöcke viel zu glatt.

Ganz wichtig ist für die Leistungssportler auch der Kraftraum. „Der muss unbedingt erhalten bleiben, um arbeiten zu können“, sagt Schüddemage.

Aktuell trainieren zwischen 150 und 160 Kinder und Jugendliche der Eintracht in der Woche im Becken des Stadtallendorfer Bades.

Planungsbürowird ausgewählt

Derzeit läuft die Auswahl des Planungsbüros. Auch die Planungsleistungen mussten dabei europaweit ausgeschrieben werden. In den nächsten Tagen präsentieren sich die fünf Büros, die in die Endauswahl kamen. Giselher Pontow, Betriebsleiter der Stadtwerke, versteht die Aufregung seitens der TSV Schwimmabteilung nicht. Er unterstreicht auf Anfrage dieser Zeitung seine Bereitschaft, mit allen Akteuren zu sprechen und die Belange abzustimmen. „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir alle Akteure, die das Bad nutzen, auch im Vorfeld einbeziehen. Die Bereitschaft dazu haben wir als Stadtawerke auch immer wieder betont“, sagt Pontow. Der Abstimmungsprozess mit Vereinen und Schulen solle Anfang November beginnen.

Pontow nennt ein Beispiel für denkbare Konflike zwischen Sanierungsplanung und Vereinssportlern, die denkbar wären. Das Hallenbad Stadtallendorf habe aus Sicht der Vereine ein „schnelles Becken“. Wenn es nun bei der Sanierungsplanung nötig werde, an den Fliesen etwas zu verändern, könne es sein, dass das Becken Schnelligkeit verliere.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr