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Schulleiterin macht sich mit Scherben-Streit unbeliebt Im Wortlaut: der Leserbrief, um den der Streit entbrannte

Im Wortlaut: der Leserbrief, um den der Streit entbrannte

Den Leserbrief, den die Schulleiterin als Reaktion auf den Glasscherben-Vorfall an die OP schrieb, veröffentlichen wir hier im Wortlaut:

Zum Ortsdiener Karl vom 8. August: Es ist schon phantastisch, welche Anstrengungen manche Leute in Rauschenberg unternehmen, um der Schulleiterin die Freizeitgestaltung zu vermiesen.

Beim Passieren des Kassenhäuschens am Rauschenberger Freibad hat Herr Werner H. nichts Wichtigeres zu tun als mich auf ein paar herumliegende Scherben auf der Außensportanlage hinzuweisen, frei nach dem Motto "Tu was, anstatt dich dem Nichtstun hinzugeben"-

Meinen Hinweis, dass dort niemand erlaubten Zutritt hat und das Gelände erst wieder in Ordnung sein muss, wenn darauf Schulsport stattfindet, muss er nicht verstanden haben, vielleicht lag es an meinem badischen Dialekt, sonst hätte er nicht am folgenden Tag erneut mit einem Telefonat zu diesem Thema vorgesprochen. Niemand darf das Außensportgelände außerhalb des schulischen Sportunterrichts betreten, folglich sind dort herumliegende Scherben derzeit für niemanden gefährlich.

Lehrer in Rauschenberg kümmern sich in ihrer Dienstzeit wieder um Belange der Schule und in ihrer Freizeit sollte man sie in Ruhe lassen, denn jeder Mensch - und dazu gehören nun einmal auch Lehrer - hat ein Recht darauf.

Im übrigen bitte ich darum, dass man meine Person außerhalb der Dienstzeit mit beruflichen Angelegenheiten nicht konfrontiert, so viel Toleranz sollte man hierzulande erwarten dürfen.

Ferien / Freizeit von Lehrern sind offensichtlich für viele Menschen ein Dorn im Auge.

Was das "Kehren" anbelangt, rate ich jedem besorgten Bürger in Rauschenberg, den die Scherben auf dem Sportgelände so erregen, einmal vor der eigenen Haustüre nachzusehen, ob sich dort etwas zum Kehren findet. Außerdem wäre die ganze Aufregung nicht nötig, wenn es nicht Personen gäbe, die offensichtlich so schlecht erzogen wurden, dass sie Sportgelände zum Entsorgen von Flaschen benutzen. Das wäre einmal eine sinnvolle Aufgabe für besorgte Bürger, diesen Menschen den richtigen Gebrauch von Leergut nahezubringen.

Was die OP anbelangt, wünsche ich mir in Zukunft auch so ein "rasendes Schreibengagement", wenn es um die seriöse Berichterstattung über unsere zahlreichen schulischen Veranstaltungen geht. Hier glänzen Reporter nämlich regelmäßig mit Abwesenheit oder kürzen schulische Berichte auf ein Minimum herunter. Bei Klatsch und Tratsch jedoch laufen Berichterstatter zu Höchstform auf, ein Beispiel dafür haben wir gerade erlebt.

Nicoletta Pfrommer, Rektorin der Grundschule Rauschenberg

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Das konnte er nicht auf sich und den Rauschenbergern sitzen lassen: Bürgermeister Manfred Barth wandte sich wegen des Verhaltens der Grundschulleiterin an das Staatliche Schulamt.

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