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Ostkreis Schulleiter: "Es ist einfach traurig"
Landkreis Ostkreis Schulleiter: "Es ist einfach traurig"
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18:37 20.01.2014
Die Stiftsschule beurlaubte einen Lehrer, gegen den Staatsanwaltschaft wegen Datenmissbrauchs ermittelt. Quelle: Florian Lerchbacher
Amöneburg

„Es ist einfach traurig. Der ganze Sachverhalt macht mich traurig“, sagt Hans-Georg Lang über die Geschehnisse an der Amöneburger Stiftsschule. Am Montag der vergangenen Woche hatten die Schüler unmittelbar nach den Ferien die Mitteilung erhalten, dass ein Lehrer aus „persönlichen Gründen“ beurlaubt worden sei. „Sein Fehlverhalten hatte nichts mit seine dienstlichen Tätigkeit zu tun“, hebt der Schulleiter hervor. In der Vergangenheit, in der die Bildungseinrichtung mehrfach in den Schlagzeilen auftauchte, war dem schließlich nicht so: Sowohl die Fälle sexuellen Missbrauchs in den 1970er und 90er Jahren als auch die Prügel-Orgien durch Schulleiter Josef Gutmann in den 1940er bis 1960er Jahren hatten sich im Dienst ereignet.

Das Fehlverhalten habe sich ausschließlich im Privatleben gezeigt, betont Lang. Nach OP-Informationen war auch kein Stiftsschüler oder Lehrer vom „Datenmissbrauch“, wegen dem die Staatsanwaltschaft ermittelt, betroffen.

Datenmissbrauch findet immer dann statt, wenn Daten für einen Zweck verwendet werden, für den sie ursprünglich nicht erfasst worden sind - und wo die betroffenen Menschen nicht der neuen Verwendung zugestimmt haben. Ein Jurist sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass dieser Terminus gerne auch verwendet werde, wenn eine „unjuristische aber elegante Bezeichnung“ für den Besitz von Kinderpornografie gesucht sei. Entsprechende Gerüchte kursieren auch im Zusammenhang mit dem beurlaubten Lehrer. Lang wollte den Begriff des „Datenmissbrauchs“ im konkreten Fall mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte des Mannes und die laufenden Ermittlungen aber keinesfalls näher definieren.

Sehr wohl aber kommentierte er den Umfang der Schule mit der Thematik: Schüler, Kollegen und Eltern seien informiert, dass der Lehrer „aus persönlichen Gründen“ beurlaubt wurde. „Wir müssen das Ganze jetzt erstmal verarbeiten“, sagte er und berichtete, dass auch Schüler des Mannes bei ihm vorgesprochen und ihr Bedauern zur Beurlaubung geäußert hätten, weil der Lehrer sehr beliebt gewesen sei: „Ich kann in diesem Zusammenhang nur noch einmal betonen, dass sein Verhalten im Privatleben nichts mit seinem Arbeitsleben zu tun hat -aber ich glaube, die Menschen können dies auch auseinanderhalten.“ Die Schule habe durch die Beurlaubung reagiert. Aus diesem Grund müsse er wohl nicht um ihren Ruf fürchten.

von Florian Lerchbacher