Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Schule soll sich bei Opfern entschuldigen

Missbrauch in Amöneburg Schule soll sich bei Opfern entschuldigen

Das Bistum Fulda hat die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle an der katholischen Stiftsschule in Amöneburg beendet. Die eingesetzte Kommission empfiehlt der Schule, sich bei den betroffenen Frauen stellvertretend zu entschuldigen.

Voriger Artikel
SPD stellt Bürgermeister-Kandidaten
Nächster Artikel
Die Garde kommt in friedlicher Absicht

An der Stiftsschule kam es Mitte der 90er Jahre zu sexuellen Übergriffen an Schülerinnen. Das glaubt jetzt auch die Untersuchungskommission des Bistums.

Amöneburg/Fulda. Wie das Bistum Fulda als Schulträger am Freitag mitteilte, sollten die Opfer unterstützt werden, wenn sie Entschädigungszahlungen bei der katholischen Kirche beantragen.

Dem Bistum sind bisher 2 Opfer und 3 konkrete Fälle bekannt. Die Übergriffe ereigneten sich in der Zeit von 1992 bis 1996. Im Januar hatte die OP ausführlich über die Situation der Betroffenen berichtet, die vor allem unter einer bis dato ausgebliebenen Reaktion des Bistums und der Kommission zu leiden hatten. Die Kommission hatte ihre Arbeit bereits im Juni 2010 begonnen und Gespräche mit Betroffenen geführt.

Laut der Deutschen Bischofskonferenz werden für Missbrauchsopfer gewöhnlich die Therapiekosten und 5.000 Euro als materielle Anerkennung gezahlt.

Strafrechtlich sind die beiden Lehrer, denen die Taten an der Stiftsschule St. Johann vorgeworfen wurden, nicht mehr zu belangen. Die Staatsanwaltschaft Marburg beendete im Herbst 2011 das Verfahren wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch Minderjähriger gegen die beiden Männer wegen Verjährung der Vorwürfe. Um wie viele Opfer und Taten es sich handelte, und in welchem Zeitraum sie sich ereigneten - dazu machte das Bistum auf Rückfrage keine Angaben.

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Aussagen der ehemaligen Schülerinnen und einer Mutter glaubwürdig seien. Die Schulleitung sei ihrer Verantwortung gegenüber den Schülerinnen „nicht in ausreichendem Maß nachgekommen”, teilte das Bistum mit. Es sei bedauernswert, dass das „mutige Vorgehen der Schülerinnen" nicht weiter von der Schulleitung verfolgt worden sei.

Das Bistum Fulda betonte, die heutige Schulleitung bemühe sich sehr um Aufklärung, Offenheit und Transparenz. Niemand an der Schule müsse befürchten, mit seinen Sorgen nicht ernst genommen zu werden. Es sei die Basis für Präventionsarbeit gelegt worden.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Missbrauchsvorwürfe

Im April 2010 schuf das Bistum Fulda eine Kommission, die Missbrauchsvorwürfe gegen einen früheren Sportlehrer der Stiftsschule untersuchen sollte. Bisher liegt kein Abschlussbericht vor.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr