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Schule entschuldigt sich bei Betroffenen

Mißbrauch Schule entschuldigt sich bei Betroffenen

Das Bistum Fulda spendet einen Betrag von 10.000 Euro an Hilfseinrichtungen für die Opfer sexuellen Missbrauchs. Außerdem sollen die Amöneburger Betroffenen entschädigt werden.

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Die Stiftsschule will sich bei ehemaligen Schülerinnen entschuldigen.

Quelle: Archivfoto

Amöneburg. Bistumssprecher Christoph Ohnesorge wählte am Freitag deutliche Worte: gegenüber dieser Zeitung: „Wenn es Fehler gab, müssen wir als Bistum sie auch eingestehen“. Er bezog sich dabei auf den Abschlussbericht der vom Bistum eingesetzten Kommission zu Missbrauchsvorwürfen an der Stiftsschule in den 90er Jahren. Diese Zeitung berichtete zuletzt Mitte Januar ausführlich über die Situation der früheren Schüllerinnen und ihrer Angehörigen.

Sie fühlten sich vom Bistum und der Kommission im Stich gelassen, weil es anderthalb Jahre nach ihrer Aussage immer noch keinerlei Ergebnisse gab. Mitte Januar sagte das Bistum gegenüber dieser Zeitung den nunmehr fertigen Abschlussbericht zu.

Eine Pressemitteilung fasst die wesentlichen Ergebnisse der Kommissions-Empfehlungen zusammen: Kommissionsmitglieder hatten sowohl mit den bisher bekannten Betroffenen als auch mit den Beschuldigten gesprochen. Den Aussagen der ehemaligen Schülerinnen und einer Mutter sei Glauben zu schenken, heißt es dazu in der Mitteilung.

Danach werden die Kommissionsmitglieder deutlicher. Zwar sei seinerzeit eine „AG Gewalt“ an der Schule eingerichtet worden, allerdings seien keine strafrechtlichen Ermittlungen veranlasst worden. Darum empfiehlt die Kommission, dass sich die Schule bei den betroffenen Frauen nicht nur für die Übergriffe entschuldigt. Es soll bei dieser Entschuldigung auch um die „nicht adäquate Behandlung“ durch die frühere Schulleitung gehen. So bedauert es die Kommission, dass das „mutige Vorgehen“ der damaligen Schülerinnen, die die Vorfälle gemeldet hatten, nicht weiter von der Schulleitung unterstützt wurde. Der beschuldigte Sportlehrer wurde seinerzeit aus dem Schuldienst des Bistum Fulda entlassen.

Zu der empfohlenen Entschuldigung kommt es, wie der aktuelle Schulleiter Hans-Georg Lang gestern bereits gegenüber dieser Zeitung angekündigte. „Das werden wir zeitnahe tun“, kündigte Hans-Georg Lang an.

von Michael Rinde

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