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Schottersäulen für ein Loch

Kreisstraßensperrung Schottersäulen für ein Loch

Während Hessen Mobil die Behebung des Schadens an der Kreisstraße vorantreibt, ärgert sich Amöneburgs Bürgermeister noch immer über die Vorgeschichte.

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Die Straßenmeisterei hatte am Mittwoch den Asphalt entfernt und den Boden rund um den Schaden ausgehoben.Foto: Lerchbacher

Amöneburg. Bis zum 21. September will Hessen Mobil ein tiefes Loch in der Kreisstraße 30 auffüllen und die Strecke wieder freigeben. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg dauert das zu lange - ohnehin steigt ihm bei diesem Thema die Zornesröte ins Gesicht.

Mit Verweis auf einen alten Schaden, der auf der anderen Straßenseite nur provisorisch repariert worden sei, spricht er von Verantwortungslosigkeit der Handelnden in der Vergangenheit. „Notdürftig“ habe die Straßenmeisterei Kirchhain einst das erste Loch mit Beton gefüllt. Seitdem habe die Gefahr bestanden, dass die Straße unter der Last der Busse oder des Anliegerverkehrs zum Steinbruch zusammenbricht, ärgert er sich. In einem vor zwei Jahren erstellten Gutachten, das er unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadens am vergangenen Dienstag angefordert hatte, habe der Gutachter die Ursache des ersten Schadens als unklar bezeichnet: „Neben Ausspülungen durch unterirdische Wasserläufe wurde in Betracht gezogen, dass zusätzlich ein undichter Straßenseitengraben und eine undichte Drainageleitung als Ursache in Frage kommen. Der Gutachter schloss mit zwei Sanierungsvorschlägen, von denen aber keiner umgesetzt wurde. Stattdessen wurde die vorhandene Vertiefung in der Straße nur notdürftig geflickt“, sagt Richter-Plettenberg und wirft dem Landkreis vor, an der falschen Stelle gespart zu haben.

Spezialisten sind am Werk

In der vergangenen Woche ging es jedenfalls hoch her an der Baustelle: Am Mittwoch entfernte die Straßenmeisterei Kirchhain an der betroffenen Stelle den Asphalt und hob den Boden aus - unter Beobachtung der Hessen-Mobil-Spezialisten des Kompetenzcenters Geotechnik. Am Donnerstag nahm eine Spezialtiefbaufirma die Stelle in Augenschein, während die Straßenmeisterei das Loch großflächig bis auf eine Tiefe von fünf Metern aushob und lagenweise wieder verfüllte.

In dieser Woche werden diese Arbeiten fortgesetzt, damit in der nächsten Woche die Spezial­tiefbaufirma mit der Herstellung von sogenannten Schottersäulen beginnen kann, teilte Hessen Mobil mit. „In dem sogenannten Rüttelstopfverfahren wird Schotter bis zu einer Tiefe von elf Metern unter ständiger Nachverdichtung säulenförmig in den feinkörnigen Boden eingebracht, wodurch die Standfestigkeit des Bodens wiederhergestellt wird“, ­erklärte ­Bettina Amedick von Hessen Mobil.

Bis dahin bleibt die Kreisstraße 30 für den Verkehr voll gesperrt, die Umleitung erfolgt über die Landesstraße 3048 und die K 95.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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