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Ostkreis Schönheit paart sich mit Nutzen
Landkreis Ostkreis Schönheit paart sich mit Nutzen
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17:35 31.07.2013
Seltene Sammelobjekte: Hans-Ulrich Pfeiffer hat in den vergangenen 30 Jahren 150 aus Holz gefertigte Taschenuhren-Ständer zusammengetragen. Foto: Matthias Mayer
Langenstein

Dazu muss man die kleinen Kostbarkeiten öffnen und das ist bei den Kästchen mit Schiebemechanismus gar nicht so einfach. Diese sind so fein gearbeitet, dass selbst Hans-Ulrich Pfeiffer genau hinschauen muss, um den Mechanismus zu finden. Die aufklappbaren Kästchen geben ihr Geheimnis bereitwilliger preis: Eine gepolsterte Aussparung für eine Taschenuhr. Diese hat gleich zwei Funktionen: Sie macht aus der Taschenuhr eine schmucke Tischuhr und sie schützt die Taschenuhr auf Reisen.

Vor 30 Jahren hat der in Langenstein lebende Sammler währen des Urlaubs in einem Westerländer Antiquitätengeschäft ein solches Kästchen Antiquitätengeschäft entdeckt und gekauft, weil er damals einige alte Taschenuhren besaß. Seitdem lassen die Unikate den pensionierten Bahnbeamten nicht mehr los - trotz, oder vielleicht sogar wegen ihrer äußerst schwierigen Beschaffung.

Im Gegensatz zu den Taschenuhr-Ständern aus Metall sind die Exemplare aus Holz äußerst selten. Sie wurden zwischen 1880 und 1915 vorzugsweise in den Alpentälern in winterlicher Heimarbeit gefertigt - oft verziert mit alpenländischen Motiven. Im Sommer zogen die Hersteller mit dem Rucksack los, um ihre Kunstwerke in den Städten und in den aufkommenden touristischen Zentren zu verkaufen, berichtet der 55-Jährige über die Entstehungsgeschichte der vielfältig gestalteten Kästchen.

„Zu der Zeit um die Jahrhundertwende konnten sich die wenigsten Menschen eine Taschenuhr leisten. Und auf 5000 Taschenuhren kam vielleicht ein Holzkästchen“, verdeutlicht Hans-Ulrich Pfeiffer, warum die hölzernen Taschenuhr-Ständer heute so schwierig zu bekommen sind.

Nach seiner Erfahrung ist die Suche auf Flohmärkten zwecklos. Viele Uhrmacher haben ein solches Holzkästchen noch nie gesehen. Und wenn sie eins haben, verkaufen sie es nicht. In Antiquitätengeschäften kann man nur auf Zufallsfunde hoffen. Am größten ist die Erfolgschance, so der Sammler, auf den wenigen guten Antikmärkten. Selbst im Grödner Tal, dem Zentrum der italienischen Schnitzkunst, hat er vergeblich Ausschau nach seinen Sammelobjekten gehalten.

Glücklicherweise ist die Sammlerszene genau so klein, wie das Angebot. Der nächste Hans-Ulrich Pfeiffer bekannte Sammler lebt in Heidelberg. Und so ist es dem Hobbypiloten gelungen, über die Jahre immerhin 150 der schönen Raritäten zusammenzutragen.

Diese Zahl ist nichts gegen das zweite Sammelgebiet des Langensteiners: antike Postkarten. Allein aus Marburg besitzt er 5000 alte Ansichtskarten. Aus seinem riesigen Fundus hat er zwei Bildbände mit alten Ansichten von Marburg und von Kirchhain gestaltet. Ein drittes Buch ist in Planung. Aber das ist schon wieder eine andere (Sammel-)Geschichte.

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