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Schnelles Internet mobilisiert die Bürger

Schwabendorf Schnelles Internet mobilisiert die Bürger

Die Stadtwerke Marburg und die Nahwärmegenossenschaft informierten im Dorfgemeinschaftshaus über die Realisierung des Glasfasernetzes und berichteten über den Stand des Nahwärmenetzausbaus.

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Die Aussicht auf schnelle Internet-Anschlüsse trieb die Schwabendorfer am Samstag ins Dorfgemeinschaftshaus. Einige erklärten spontan ihren Anschluss-Willen.

Quelle: Karin Waldhüter

Schwabendorf. Bis zum Jahresende gleicht Schwabendorf einer Großbaustelle. Die Ortsdurchfahrt Brachter Straße wird grundhaft erneuert, die Leitungen für das Nahwärmenetz werden fast im ganzen Ort verlegt. Die Stadtwerke Marburg, neuer Energienetzpartner der Stadt Rauschenberg, nutzen die Tiefbau-Arbeiten dazu, Glasfaser-Leerrohre zu verlegen, um so den Ort mit schnellem Internet zu versorgen. Eine entsprechende Kooperation mit der Nahwärmegenossenschaft wurde bereits vereinbart. Für alle Nahwärmekunden wird der Glasfaseranschluss automatisch mit ins Haus verlegt. Aber auch alle anderen Interessenten können sich an das Glasfasernetz anschließen lassen.

Für die Stadtwerke informierte der Projektleiter für Kommunikationsnetze, Stefan Koch, am Samstag vor 60 Besuchern darüber, wie der Anschluss ins Haus kommt und mit welchen Kosten der Kunde rechnen muss. Als „zukunftsweisend“ bezeichnet Koch die Realisierung des hochmodernen FTTH-Netzes mit einer Glasfaserleitung in jede Wohnung. „Die Planungen für das Netz sind so dimensioniert, dass die Kapazität der vorhandenen Rohre und Kabel ausreicht, um das gesamte Dorf zu versorgen“, so Koch, der bei hinreichendem Interesse mit einer Inbetriebnahme zum Jahresende rechnet.

Trotz der Insellage Schwabendorfs könne das Netz gegen Ende des Jahres durch eine Richtfunkverbindung auch ohne Glasfaserverbindung nach Marburg in Betrieb gehen, allerdings nicht mit voller Leistungsfähigkeit. Die geplante Glasfaserverbindung ermögliche dann eine Internetverbindung mit echten 10000 und 20000 Kbit im Download und 3000 Kbit im Upload. Der Preis für 10000 Kbit werde bei etwa 35 Euro pro Monat liegen. Telefonie, mit Übernahme der bisherigen Rufnummer, sei möglich und inklusive Festnetz-Flatrate für neun Euro dazu buchbar, erklärte Koch.

Für Nahwärmekunden sind die Verlegung des Leerrohres bis ins Haus, die Einführung ins Haus und der Anschluss in der Straße kostenfrei. Das betriebsfertige Anschlusspaket für den Glasfaseranschluss umfasst Material und Dienstleistungen, wie die Bereitstellung der Anschlussdose inklusive Innenkabel, das Einbringen des Hausanschlusskabels durch das verlegte Leerrohr, die Lieferung und Installation am Hausübergabepunkt und das Verbinden der Innenkabel an Hausanschlusskabel und eine Abnahmemessung. Bei Beauftragung bis zum 15. Juli liegen die Kosten für das Anschlusspaket bei 238 Euro, danach steigt der Preis auf 399 Euro. Für Kunden, die an der Trasse liegen, aber selbst keine Nahwärme bestellt haben, muss die Verlegung des Leerrohres ab dem Anschlusspunkt bis ins Haus in Eigenleistung erfolgen. „Die Verlegungstiefe sollte ungefähr 40 Zentimeter betragen“, so Koch.

„Wer nicht an der Trasse liegt, kann sein Interesse bis zum 15. Juni bekunden und erhält dann ein Angebot“, so Koch, der betont, dass über Machbarkeit und Preis erst nach einer Interessenauswertung befunden werden könne.

Für die Nahwärme-Genossenschaft stellte Eva Hawig den aktuellen Stand des Netzausbaus vor. Die Förderanträge an die KfW-Bank seien gestellt und die Arbeiten lägen gut im Zeitplan. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder liege jetzt bei 72. Der Wärmepufferspeicher werde nicht im Ort, sondern auf dem Gelände der Biogasanlage gebaut. Der Spitzenlastkessel werde – wie geplant – im Dorfgemeinschaftshaus installiert. Wenn keine unvorhersehbaren Dinge die Arbeiten verzögerten, werde das Nahwärmenetz wohl bis zum Beginn der nächsten Heizperiode im Herbst fertig sein.

von Karin Waldhüter

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