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Schlussstrich vier Jahre nach der Tat

Ergebnis Schlussstrich vier Jahre nach der Tat

Fast vier Jahre nach der Tat endete am Donnerstag das Strafverfahren gegen drei Angehörige einer Stadtallendorfer Familie vor der 2. Strafkammer des Marburger Landgerichts mit Geldstrafen.

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Weil sie die Ehre eines 17-jährigen Vergewaltigungsopfers wieder herstellen wollten, standen drei Türken u. a. wegen Nötigung und Freiheitsberaubung vor Gericht.

Quelle: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Der zweite Verhandlungstag in dem Berufungsverfahren fand hauptsächlich außerhalb des Gerichtssaals statt. Einem Rechtsgespräch zwischen der unter Vorsitz von Dr. Carsten Paul tagenden Kammer, der Staatsanwaltschaft und den drei Verteidigern folgte eine 45-minütige Erörterung der Sachlage zwischen den Angeklagten und ihren Rechtsanwälten auf dem Flur.

Das Ergebnis: Die Verteidiger beschränkten im Namen ihrer Mandanten die Berufung auf das Strafmaß. Damit wurde der Tatvorwurf nicht mehr bestritten. Die Staatsanwaltschaft zog daraufhin ihre Berufung zurück und die Beweisaufnahme war damit abgeschlossen.

Das erstinstanzliche Verfahren gegen die drei türkischen Staatsbürger vor dem Marburger Schöffengericht hatte im Oktober 2008 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Hauptbelastungszeugin, die in Marburg unter Zeugenschutz ausgesagt hatte, wurde wenig später ermordet an einem Autobahnparkplatz bei Lüdenscheid aufgefunden. Die Bluttat stand allerdings in keinem Zusammenhang mit der in Marburg verhandelten Tat.

Diese hatte ihren Ursprung in einer Liebesbeziehung zwischen der damals 17-jährigen Tochter der Stadtallendorfer Familie und einem damals 27 Jahre alten Lackierer aus Dortmund. Als diese Beziehung schon beendet war, fesselte, vergewaltigte und schwängerte der Dortmunder die junge Frau Anfang Januar 2007 in einem Dortmunder Hotelzimmer. Erst durch einen Selbstmordversuch der 17-Jährigen erfuhr deren Familie von dem schrecklichen Geschehen.

Die Beweisaufnahme vor dem Landgericht brachte gegenüber der erstinstanzlichen Verhandlung keine neuen Erkenntnisse. Erschwert wurde sie durch das Fernbleiben der als Zeugen geladenen Eltern des Vergewaltigers, die beiden Verhandlungsterminen fernblieben. Ihr Sohn hatte vor Gericht ausgesagt, seine Eltern befänden sich „bis Januar auf einer Geschäftsreise durch die Türkei.“

Das Urteil ist rechtskräftig, weil Staatsanwalt und Verteidiger Rechtsmittelverzicht erklärten.

von Matthias Mayer

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