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Schlecker-Räuber muss ins Gefängnis

Gerichtsurteil Schlecker-Räuber muss ins Gefängnis

Das Landgericht in Marburg bewertete bei der Verhandlung über den Raubüberfall auf den Kirchhainer Schleckermarkt auch andere Straftaten des Angeklagten.

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Der Kirchhainer Schlecker-Markt war im Juni vergangenen Jahres Ziel eines Raubüberfalls, bei dem eine Kassiererin bedroht wurde. Archivfoto

Kirchhain. Seit dem 1. Juni hatte das Landgericht Marburg über den Überfall auf den Kirchhainer Schleckermarkt im vergangenen Jahr verhandelt. Inzwischen ist das Urteil gegen den 29-jährigen Angeklagten aus Stadtallendorf gefallen. Der Heroinabhängige muss für drei Jahre in Haft. Außerdem ordnete das Gericht seine Einweisung in eine Entzugsklinik an.

Nach zahlreichen Verurteilungen und Gefängnisaufenthalten, sowie mehreren Entgiftungen und abgebrochenen Aufenthalten in Drogenentzugskliniken, sah die Kammer um Richter Dr. Carsten Paul keine Alternative zu einer Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe.

Der 29-jährige hatte im Juni vergangenen Jahres einen schweren Raub im Schlecker-Markt in Kirchhain begangen. Der Heroin-Abhängige hatte die Tat im Zusammenhang seiner Sucht und das dafür benötigte Geld begangen. Ihm war vorgeworfen worden, die Kassiererin des Drogeriemarktes mit den Worten „halt´s Maul, sonst bring ich dich um“, bedroht und anschließend mehrere Flaschen teuren Parfüms entwendet zu haben. Gegen den Angeklagten hatte das Gericht seinerzeit Haftbefehl erlassen.

Seit dem Jahr 2001 hatte er wiederholt auf Grund seiner Beschaffungskriminalität vor Gericht gestanden. Das Gericht sprach von rund 100 Ermittlungsverfahren.

Am ersten Verhandlungstag, dem 1. Juni, hatte das Gericht unter Leitung von Richter Paul zwei Delikte aus Gießen und Stadtallendorf hinzugezogen, um am Ende eine Gesamtstrafe bilden zu können. Beide Fälle wurden im Anschluss an die noch offene Zeugenaussage der betroffenen Schlecker-Kassiererin verhandelt. Die Frau bestätigte mit ihrer Aussage die Vorwürfe gegen den 29-jährigen Stadtallendorfer.

Außerdem berichtete sie dem Gericht, dass sie in Folge der Tat unter massiven psychischen Problemen gelitten hat.

In Anbetracht einer möglichen Verurteilung wegen des Raubüberfalles in Kirchhain ließ das Gericht die Anklage aus Stadtallendorf auf mehrfache Leistungserschleichung, also Schwarzfahrerei, im allseitigen Einverständnis fallen.

Die Gießener Anklage beschuldigte den 29-Jährigen des Diebstahls. Der Angeklagte wurde beschuldigt in sechs Fällen auf verschiedenen Gießener Parkplätzen Autos aufgebrochen zu haben und Navigationsgeräte im Wert von bis zu 350 Euro entwendet zu haben.

Gutachter berichtetüber Suchtprobleme

Ein sachverständiger Psychiater, der im Vorfeld ein Gutachten erstellt hatte, bestätigte die langjährige massive Drogen-Abhängigkeit des Angeklagten.

Nachdem er mit 14 Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen war, scheiterte er nach Angaben des Psychiaters an seinem angestrebten Hauptschulabschluss und rutschte schon kurz danach in die Drogensucht ab.

Nach und nach sei all sein Streben und Wollen auf die Finanzierung der harten Droge ausgerichtet gewesen, erläuterte der Gutachter. Er unterrichtete das Gericht außerdem über zahlreiche Entzugsversuche, die der Angeklagte abgebrochen hatte. Immer wieder war er rückfällig geworden.

Um den Angeklagten für seine Taten zu bestrafen, verhängte das Gericht schließlich drei Jahre Haft und die Einweisung in eine Entziehungsanstalt, um sein Abhängigkeitsverhalten zu durchbrechen. „Für die Kammer steht fest, dass es sich zum Nachteil für die Zeugin um schweren Raub handelt“, sagte Richter Dr. Paul abschließend in der Urteilsbegründung.

von Kristina Gerstenmaier

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