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Ostkreis Schlammschlacht will keiner
Landkreis Ostkreis Schlammschlacht will keiner
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19:38 11.07.2011
Bürgermeister Manfred Barth (parteilos) ist bis März 2013 im Amt. Quelle: Archivfoto

Rauschenberg. Vor gut einer Woche teilten Manfred Barth und seine Frau Sabine Wagner-Barth ihren Parteiaustritt mit.. Am vergangenen Freitag befassten sich Vorstand und Fraktion der Rauschenberger SPD mit dem siebenseitigen Schreiben und den Aussagen Barths gegenüber dieser Zeitung. Die dabei herausgekommene Stellungnahme schlägt eher sachliche Töne an. Es verwundere, dass Barth Ehrenamtliche mit ihrem Verhalten zum Auslöser für seinen Schritt gemacht habe, lautet ein Tenor.

Die Barths hatten in erster Linie bundes- und landespolitische Gründe für ihren Schrittt angeführt, aber die jüngsten politischen Ereignisse in Rauschenberg als ausschlaggebenden Grund für ihren Schritt angeführt. Besonders schmerzt es die SPD, dass Barth gegenüber der OP das Beispiel von Werner Metke angeführt hatte. Metke hatte für die SPD als Vertreter für den Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke kandidiert (nicht, wie berichtet, für das Gebietsrechenzentrum). Das ist ein Posten, der bis dato vom Bürgermeister wahrgenommen wurde.

Auf Vorschlag der CDU gab es kurz die Situation einer Gegenkandidatur von Barth gegen Metke, bis letzterer seine Kandidatur aufgab. „Wir finden es unangebracht, wenn Stadtverordnete namentlich für einen Parteiaustritt verantwortlich gemacht werden. Dies ist keine Werbung für ehrenamtliche Kommunalpolitik“, reagiert die Rauschenberger SPD in ihrem schriftlichen Statement. Auch aus ihrer damaligen Verärgerung über Barths frühere öffentliche Distanzierung von der Fraktion und ihren Umgang mit der CDU macht die SPD keinen Hehl. Die Entscheidungen, die zur Wahl von Stadtverordneten-Vorsteher Norbert Ruhl (FBL) geführt hätten, seien in sämtlichen Gremien des SPD-Ortsvereins gefallen. Allerdings räumt die SPD auch ein, dass es in den vergangenen Wochen Kommunikationsprobleme gegeben hat. Wo andere betroffen gewesen seien, habe man sich dafür entschuldigt.

Doch wie wollen die SPD und der nunmehr parteilose Rauschenberger Bürgermeister in Zukunft miteinander umgehen? In Rauschenberg stehen einige gewichtige Entscheidungen an, beispielsweise der mögliche Bürgerentscheid zur Kratzschen Scheune oder über das Schwabendorfer Nahwärmenetz. Thorsten Thamke, Fraktionssprecher der SPD, bringt es auf den Punkt: „Ich gehe profihaft damit um. Das erwarte ich auch vom Bürgermeister.“ Kleinkriege könne sich angesichtes der Aufgaben keiner leisten.

„Das sehe ich genauso“, erwiderte Barth auf Anfrage der OP. Wäre er in der SPD geblieben, hätte die Situation aus seiner Sicht schwieriger werden können. In Rauschenberg habe sich ein faires Miteinander bei Sachentscheidungen bewährt. Das wolle er beibehalten.

von Michael Rinde

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