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Schlafen die Schüler, geht das Licht aus

Neues Gebäude Schlafen die Schüler, geht das Licht aus

Rund drei Millionen Euro investierte der Landkreis in ein neues Gebäude für die Alfred-Wegener-Schule. Darin befinden sich sechs Klassenräume und ein "Stützpunkt", der Lehrern Platz zum Arbeiten bietet.

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Die Teilnehmer der Einweihungsfeier des neuen AWS-Gebäudes sitzen Probe in einem Klassenraum. Für die musikalische Untermalung hatten Johanna Wagner und die 8c gesorgt.Fotos: Florian Lerchbacher

Kirchhain. „Die Schüler sollen sich wohl fühlen und gerne zur Schule gehen“, sagte Landrat Robert Fischbach während der Einweihung des Erweiterungsgebäudes. Dass dies in den neuen Räumen durchaus möglich ist, bewiesen die Gäste der kleinen Feier anschließend beim „Fototermin“: Kaum hingesetzt, schienen sich die Kommunalpolitiker und AWS-Leiter Matthias Bosse in ihre Schulzeit zurückversetzt, fingen an miteinander zu schwätzen, zu lachen und hatten keinen Blick mehr dafür übrig, was vorne passiert. Erst nach strenger Ermahnung durch den Fotografen kehrte die Konzentration zurück - und brav stellten die Erwachsenen anschließend auch ihre Stühle wieder auf die Tische. So wie früher nach der letzten Stunde. Gelernt ist eben gelernt.

Apropos lernen: Beste Voraussetzungen dafür wollte der Kreis mit dem Bau des Erweiterungsgebäudes schaffen. Schuldezernent Dr. Karsten McGovern bezeichnete es als „wichtigen Baustein zur weiteren Entwicklung der Unterrichts- und Ausstattungsqualität unser Schulen“.

Landrat Robert Fischbach betonte, die rund 1100 Quadratmeter würden die „räumlichen Nutzungsmöglichkeiten“ erheblich verbessern und die Möglichkeit erweitern, moderne Lehr- und Lernmöglichkeiten anzubieten.

McGovern erklärte indes, dass es sich um einen Ersatzbau handele: „Wir schaffen kurzfristig mehr Raum, aber es gibt mindestens ein Gebäude, das wir abreißen wollen“ - das Gebäude 25. „Wir wollen die Alukiste beseitigen und einen Pavillon.“

Stadtrat Dr. Christian Lohbeck freute sich über den „neuen Baustein im Gesamtgefüge“ des „Stadtteils“ Alfred-Wegener-Schule und die mehr als zehn Millionen Euro, die der Kreis in den vergangenen Jahren dort investiert hatte: „Die Container-Ära ist endlich vorbei.“ Gleichzeitig verlange er vom Kreis, wachsam zu bleiben, „damit es nicht wieder einen Investitions-Stau gibt“ - eine Forderung, der Schuldezernent McGovern nachkommen will.

„1800 Menschen lernen hier, feiern, treiben Sport - wie in einem Stadtteil“, sagte Lohbeck und ergänzte: „Nur geschlafen wird hier nicht - oder besser gesagt: eher selten.“

Diesen Aspekt griff Architekt Mathias Ehrig auf: Die Lichtanlage sei Bewegungsmeldern ausgestattet - sollten die Schüler also einschlafen und sich nicht mehr rühren, geht das Licht aus. Helligkeitssensoren sorgen zudem dafür, dass nicht mehr künstliches Licht genutzt wird, also notwendig. Er widmete sich noch weiteren Punkten der Technik, zum Beispiel dem Sonnenschutz und der Wärmerückgewinnung, einem Tageslichtsystem und vielen mehr. Besonders beeindruckt waren die Gäste vom Energiebedarf des im Passivhausstandard errichteten Gebäudes: Dieser liegt bei etwa 15 Kilowatt - also etwa 1,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Schulleiter Matthias Bosse berichtete, er habe in seiner Zeit als Leiter bereits Jugendliche abweisen müssen, weil kein Platz mehr gewesen sei. „Nun können wir die Türen öffnen für alle, die hierher wollen. Sie können kommen!“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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