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Ostkreis Schäden so schnell wie möglich der Versicherung melden
Landkreis Ostkreis Schäden so schnell wie möglich der Versicherung melden
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16:29 08.08.2018
Beschädigte Häuser, kaputtes Mobiliar. Nach dem Unwetter vom Dienstag liefen in Kirchhain am Mittwoch vielerorts die Aufräumarbeiten, wie hier an der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain. Für viele Unwetter-Geschädigte stellt sich nun die Frage, was sie bei ihrer Versicherung geltend machen können. Quelle: Nadine Weigel
Kirchhain

Was ist nach einem Schaden zu tun?

  • Informieren Sie Ihren Versicherer: Um zügig an das Geld zu kommen, sollten die Schäden so schnell wie möglich dem Versicherer gemeldet werden. Und zwar unbedingt, bevor Aufträge an Handwerksbetriebe vergeben werden.
  • Halten Sie Schäden gering: Direkt nach einem Unwetter sollte der Schaden so gering wie möglich gehalten werden. Zerstörte Fenster können provisorisch abgedichtet werden, um das weitere Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Herumliegende Gegenstände, wie abgebrochene Äste, Dachziegeln oder Dachrinnen, sollten möglichst weggeräumt werden.
  • Dokumentieren/ belegen Sie den Schaden: Der Schaden sollte möglichst anhand von Fotos und Kaufbelegen dokumentiert und so schnell wie möglich dem Versicherer gemeldet werden.

Welche Versicherung zahlt bei Schäden durch Starkregen?

Wer sein Haus oder Inventar gegen Starkregen oder Hochwasser absichern will, braucht den erweiterten Naturgefahrenschutz (Elementarschadenversicherung). Diesen gibt es als Zusatzbaustein zur bestehenden Wohngebäude- oder Hausratversicherung. In neueren Policen ist der Baustein oft schon enthalten. Bundesweit bieten rund 130 Versicherer diesen Schutz an.

Am Dienstag, 7. August, kam es im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Grund waren heftige Gewitter, die einige Schäden hinterließen. 

Über ein Drittel der Hessen sind gegen Starkregen versichert 

36 Prozent der Wohngebäudebesitzer in Hessen haben sich gegen Schäden durch Überschwemmungen versichert, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit. Vor fünf Jahren – vor dem schweren Hochwasser 2013 – seien es nur  21 Prozent gewesen. Damit liege Hessen dennoch deutlich unterm Bundesdurchschnitt von 41 Prozent (Vorjahr rund 40 Prozent).

Für die Eigentümer von rund 800.000 nicht versicherten Wohnhäuser in Hessen bleibe bei Starkregenschäden nur der Griff in die eigene Brieftasche. Das Problem: Viele Eigentümer unterschätzten die Überflutungsgefahr durch starke Regenfälle für ihr Haus, schreibt der Gesamtverband. Oder sie schätzten den Umfang ihrer Wohngebäudeversicherung falsch ein. In vielen älteren Verträgen seien oft nur die Naturgefahren Sturm und Hagel versichert, nicht jedoch Starkregen und Hochwasser. Ein Zusatzbaustein Naturgefahrenversicherung könne in fast allen Verträgen fürs Haus problemlos ergänzt werden. "Eigentümer sollten prüfen, ob ihr Vertrag alle Naturgefahren einschließt", rät der Versicherer-Verband den Hauseigentümern.