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„Saublöder Fehler“ bei Nominierung von Mubarik Sabir

Direktkandidat zur Landtagswahl „Saublöder Fehler“ bei Nominierung von Mubarik Sabir

Die Freude währte nur kurz. Nach der einstimmigen Wahl von Mubarik Sabir zum Direktkandidaten der Freien Wähler zur Landtagswahl stellten sie fest: Er ist zu jung. 

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Mubarik Sabir, gewählter Direktkandidat der Freien Wähler, ist zu jung, um an der Landtagswahl teilzunehmen.

Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Einstimmig wurde Mubarik Sabir auf der Wahlkreisversammlung der Freien Wähler in Neustadt als Landtagskandidat gewählt. Direkt nach der Wahl zeigte sich der Stadtallendorfer begeistert von dem ihm zugesprochenen Vertrauen.

Die Begeisterung währte aber nur kurz. Nachdem die Landesgeschäftsstelle gestern Morgen die Pressemitteilung über das Wahlergebnis verschickt hatte, informierte sie eine halbe Stunde später: „Unsere zuvor verschickte Pressemitteilung müssen wir zurückziehen, da uns das hessische Wahlrecht in die Quere gekommen ist.“ Das hessische Landeswahlgesetz sieht als einziges Bundesland nämlich ein Mindestalter von 21 Jahren vor, um in den Landtag gewählt werden zu können.

Sabir ist enttäuscht

Mubarik Sabir ist 19 Jahre alt und hatte diese Information zwar „irgendwie im Hinterkopf“, wie er im OP-Gespräch zugab, „aber ich war mir auch nicht mehr zu hundert Prozent sicher. Man kann mit 18 Jahren Bundeskanzler werden, aber nicht für den Landtag kandidieren.“ Mubarik Sabir ist enttäuscht. 

Arnica Lutz, Mitarbeiterin der Landesgeschäftsstelle in Gießen, spricht von einem „saublöden Fehler“ und sagte konsterniert: „Wir sind noch zu neu.“ Daniel Baron, der auf der Versammlung in Neustadt als Ersatz gewählt wurde, soll nun neuer Erstkandidat werden. Aber er rückt nicht automatisch nach. „Das würde er, wenn der Direktkandidat während seiner Amtszeit ausscheiden würde. Wir befinden uns ja aber noch in der Aufstellung“, erklärt Arnica Lutz, die nach diesem Fauxpas nun alle Hände voll zu tun hat. Denn wenn die Freien Wähler jetzt noch einen Kandidaten für die Landtagswahl am 28. Oktober stellen wollen, müssen sowohl Baron als auch ein Ersatz auf einer erneuten Wahlkreisversammlung gewählt werden. Die Einladungsfrist beträgt zwei Wochen.

Wahlalter soll von 21 auf 18 Jahre gesenkt werden

Selbst wenn das in der Urlaubszeit klappen würde, gäbe es die Kreiswahlunterlagen erfahrungsgemäß erst Anfang August. Diese müssten dann bearbeitet und mit den erforderlichen 1 050 gültigen Unterschriften bis etwa 16. August beim Landeswahlleiter vorliegen. „Die Unterschriften haben wir so gut wie sicher“, gibt sich Mubarik Sabir kämpferisch, während Arnica Lutz eher skeptisch ist, ob des engen Zeitplanes. „Nicht nur, dass die Unterschriften gültig sein müssen, sie müssen auch noch von den jeweiligen Verwaltungen beglaubigt werden“, erklärt sie.

Nichtsdestotrotz wollen die Freien Wähler versuchen, einen Kandidaten für die Landtagswahl zu stellen. „Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen werden“, sagte ein motivierter Mubarik Sabir. Und Daniel Baron betonte: „Ich erfülle die Voraussetzungen und würde es probieren.“ Aber auch er sieht das Sammeln der Unterschriften als größtes Problem: „Heutzutage unterschreiben die Leute nicht mehr so gerne. Aber die AfD hat ja die gleichen Probleme.“

Abstimmung über Verfassungsreform kommt zu spät

Und es gibt noch einen unglücklichen Aspekt in dieser Sache, jedenfalls für Mubarik Sabir. Zeitgleich zur Landtagswahl findet die Abstimmung über die Verfassungsreform statt, in der die Bürger unter anderem entscheiden können, das Wahlalter von 21 auf 18 Jahre zu senken. Für den Stadtallendorfer kommt diese Entscheidung zu spät. „Ich bin leider ein Jahr zu spät geboren“, sagte er dann doch wieder lachend. Er hofft jetzt, dass seine Partei alle Kräfte mobilisiert und das eigentlich Unmögliche doch noch möglich macht. „Wenn nicht, dann sind wir fünf Jahre von der Landespolitik abgeschnitten.“

von Katja Peters

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