Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Stadtallendorfer singen ohne nass zu werden

Werbekampagne Stadtallendorfer singen ohne nass zu werden

Frauen sind die treibende Kraft. Das hat der MGV Stadtallendorf erkannt und versucht nun, sie ­gezielt anzusprechen. Mit einer Werbekampagne und witzigen Plakaten wollen sie neue Männer über ihre Frauen erreichen und zum ­Singen bewegen.

Voriger Artikel
Ältestes Volksfest des Kreises hat begonnen
Nächster Artikel
Ortsbeirat lobt Belohnung aus

Michael Dickhaut (von links) und Guntram Weitzel zeigen eines der Poster, mit denen sie um neue Sänger ­werben.

Quelle: Philipp Lauer

Stadtallendorf. Es ist schwer, Männer über andere Männer zu erreichen, diese Erfahrung haben die Sänger des Männergesangverein Stadtallendorf gemacht. In einer auffälligen Werbekampagne richtet sich der Verein deshalb unter anderem ganz gezielt an die Partnerinnen potenzieller neuer Sangesbrüder. „Die Frauen sind die treibende Kraft“, ist sich der Vereinsvorsitzende Guntram Weitzel sicher. Deshalb haben sich die Sänger zusammengesetzt und sich eine Reihe Motive überlegt, die sie auf Poster und Plakate drucken ließen.

Stadtallendorfer Männergesangverein sucht neue Sänger. Foto: MGV Stadtallendorf

Stadtallendorfer Männergesangverein sucht neue Sänger.

Quelle: MGV Stadtallendorf

„Schick uns Deinen Mann und die Fernbedienung gehört wieder Dir!“, lautet der Slogan auf einem der Poster, die die Sänger in Stadtallendorf aufgehängt haben. Auf dem nächsten Plakat freut sich der Hund: „Dienstags gehört das Frauchen mir“. Auf wieder einem anderen Motiv hat es sich eine junge Frau mit einem Buch bequem gemacht: „Mein Mann ist zum Singen! Dann habe ich Zeit zum Lesen.“ Ziel der Werbekampagne ist es, neue Mitglieder zu gewinnen. Wir suchen Dich, wenns sein muss mit Lupe“, sprechen sie in einem Flyer den Sängernachwuchs direkt an – die Ideen gehen dem MGV nicht aus.

Sänger und Kassierer Michael Dickhaut wagte sich für ein Plakatmotiv sogar vor die Kamera – und unter die Dusche. „Ich war tapfer, meine Frau war nicht ganz so überzeugt“, sagt Dickhaut. Auf dem Plakat ist er mit nacktem, eingeschläumten Oberkörper zu sehen. Dabei singt er inbrünstig in den Duschkopf. „Sing – ohne nass zu werden“ ist das Motto.

Nach der Chorprobe spielen die Männer Skat

Hindernisse und Hemmschwellen, zum Gesangverein zu gehen, gebe es viele. „Die einen machen sich Sorgen, ob ihre Stimme passt, andere wollen sich nicht verpflichten“, sagt Weitzel. Diese Hemmschwelle wollen die Stadtallendorfer mit der Werbekampagne abbauen. Dazu etwa riefen sie auch einen Projektchor ins Leben, in dem Interessierte zunächst für sechs Wochen in das Hobby und das Vereinsleben hineinschauen können.

Dabei sei der MGV Stadtallendorf ein „Verein zum Wohlfühlen“, findet Weitzel. Jeden Dienstagabend ab 20 Uhr treffen sich die rund 25 aktiven Sänger zur Probe im Gemeinschaftszentrum. Rund anderthalb Stunden singen die Männer dann, Tamara Zitzer leitet den Chor. Im Anschluss spielen die Sänger zum Beispiel Skat und lassen den Abend gemütlich mit Gesprächen ausklingen. „Beim Liedgut sind wir offen, uns auch auf die neuen Mitglieder einzustellen“, sagt Weitzel. Die Auswahl reiche von ernst bis heiter und modern. Auftritte hat der Männergesangverein etwa zu kirchlichen Anlässen, bei privaten Feiern aber auch bei Veranstaltungen der Stadt, der Bundeswehr oder auch bei der Eisengießerei Fritz Winter.

Regelmäßig gehen die Sänger auch gemeinsam Wandern oder auf Vereinsfahrt. Die Geselligkeit dürfe eben nicht zu kurz kommen.

"Das Shampoo zu Hause lassen!"

Mit ihrer Werbeaktion hat der Verein für Aufmerksamkeit in der Region gesorgt. „Wir sind dadurch Gesprächsthema geworden, auch bei anderen Vereinen“, sagt Weitzel. Auch die Verbandszeitschrift „Hessischer Chorspiegel“ des hessischen Sängerbundes berichtete über die Aktion der Stadtallendorfer.

Wer die Männer, die singen ohne nass zu werden, einmal kennenlernen möchte, findet weitere Informationen unter www.mgv-stadtallendorf.de. Die Chorprobe ist Dienstag ab 20 Uhr im Gemeinschaftszentrum Stadtallendorf. „Das Shampoo zu Hause lassen!“, scherzt Michael Dickhaut auf dem Plakat.

Ob die kreativen Mühen der Männer Früchte tragen, wird sich bei den kommenden Chorproben zeigen.

von Philipp Lauer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr