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SPD will Bahnhofspläne neu diskutieren

Kirchhain SPD will Bahnhofspläne neu diskutieren

Am Montag beginnt der parlamentarische Schlussspurt für die Neuplanung des Kirchhainer Bahnhofsumfeldes. Kirchhains SPD bringt ein eigenes Konzept in die Diskussion.

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In den nächsten beiden Wochen fallen die letzten Entscheidungen über die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes.

Quelle: Archivfoto

Kirchhain. Für Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) ist es ein „absolutes Highlight“. Aus Wiesbaden ist die letzte, noch erhoffte Förderzusage eingegangen. Sie betrifft den geplanten Busbahnhof. Noch steht im Bescheid keine Fördersumme. Doch wenn sie so hoch ausfällt wie beantragt, dann könnten 1,4 Millionen Euro fließen. Die Stadt Kirchhain müsste selbst noch einmal 410.000 Euro für das Busbahnhofsareal aufbringen.

Doch politisch ist das Thema, das die Gremien seit vier Jahren beschäftigt, alles andere als abgehakt. Um die Planungen für den Bahnhof und vor allem dessen Umfeld dürfte es noch einmal erhebliche politische Debatten geben. Die SPD-Fraktion legt jetzt ein eigenes Konzept vor, da sie die Pläne der Verwaltung und der Koalitionsfraktion als „überdimensioniert“ und mit Blick auf den erhofften Investor für ein neues Marktgebäude für „hochriskant“ hält.

Der SPD-Antrag verfolgt mehrere Ziele: So wollen die Sozialdemokraten zunächst ganz auf das der Stadt gehörende Bahnhofsgebäude setzen. Dort soll sofort etwas passieren und unter anderem Serviceangebote und kleinere Geschäfte wie ein Kiosk oder Räume für öffentliche Veranstaltungen entstehen.

Olaf Hausmann, SPD-Fraktionsvorsitzender, sagt im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, dass seine Fraktion auf ein neues Einkaufsgebäude ganz verzichten möchte. „Wir befürchten, dass das Innenstadt eher schadet und Kundschaft nach außen verlagert“, sagt Hausmann und verweist auf schlechte Erfahrungen der Nachbarstadt Stadtallendorf.

Ein besonders gewichtiger Punkt für die SPD ist die Dimensionierung des geplanten Busbahnhofs. Sie hält ihn für deutlich zu groß geplant und vor allem zu weit entfernt vom eigentlichen Bahnhof. Auch mit dem Regionalen Nahverkehrsverband müsse über die Größe und den tatsächlichen Bedarf noch einmal intensiv gesprochen werden. Doch was soll bei einer Neuplanung mit den bisher schon bewilligten Zuschüssen passieren? Hausmann sieht gute Chancen für Nachverhandlungen. Bürgermeister Jochen Kirchner dagegen befürchtet, dass bei einer Zustimmung für das SPD-Konzept alle bisherigen Zuschussbescheide zurückgegeben werden müssten. „Allein in diesem Jahr gingen uns 300.000 Euro verloren“, fürchtet der Verwaltungschef. Hausmann verweist dagegen auf frühere Projekte, bei denen Nachverhandlungen zum Erfolg geführt hätten.

Doch kommt der SPD-Vorstoß nicht viel zu spät angesichts der am Ende angelangten politischen Diskussionen und Entscheidungen? Hausmann verweist deutlich darauf, dass die SPD die bisherigen Entscheidungen immer kritisch begleitet und eigene Standpunkte eingebracht habe. „Wir wollten mit unserem Konzept warten, bis wirklich alle Planungen vorliegen“, sagt Hausmann. Außerdem sei das Konzept die Fortführung dessen, was die SPD schon bei der Kommunalwahl vorgeschlagen habe - grade mit Blick auf das eigentliche Bahnhofsgebäude. Die jetzigen Entscheidungen seien wichtig für Kirchhains Zukunft. Darum hofft Hausmann auch auf großes Bürgerinteresse.

Dass die SPD-Position tatsächlich eine Mehrheit findet, ist eher unwahrscheinlich. Denn die Koalitionsfraktionen haben schon eine eigene Position entwickelt, die am FreitagUwe Pöppler (CDU) auf Anfrage der OP kurz darstellte: „Viele der dort angestoßenen Punkte sind längst entschieden. Wir sind verwundert.“ Alle Parteien seien in den vergangenen Jahren mit den Kirchhainer Bürgern ins Gespräch gegangen. „Dabei haben wir durchweg positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Pöppler.

Bürgermeister Kirchner formuliert es zugespitzter: „Das SPD-Konzept enthält keinen einzigen neuen Punkt.“

Am Montag fällt bei einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Wirtschaftsausschuss zunächst eine Entscheidung über die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Außerdem stimmen die Ausschuss-Mitglieder über den Bebauungsplan für das Bahnhofsumfeld ab. Diese Entscheidung muss das Stadtparlament am 23. April bestätigen.

Die öffentliche Ausschuss-Sitzung beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus-Saal.

von Michael Rinde

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