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SPD hofft auf eine "Not-Apotheke"

Notdienst-Regelung SPD hofft auf eine "Not-Apotheke"

Nicht nur für ältere Menschen kann der Weg zur Notdienst-Apotheke mitunter weit werden. Jetzt soll die Stadtverwaltung sich dieses Themas annehmen.

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Apotheker Jörg Thorwarth schaut auf ein Rezept, das ihm durch die Notdienstklappe gereicht worden ist. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. 17 Apotheken teilen sich den täglichen Notdienst in Stadtallendorf, Schweinsberg, Kirchhain, Großseelheim, Kirtorf und Homberg (Ohm). Für Patienten führt das zwangsläufig auch mal dazu, dass sie weitere Wege bis zur diensthabenden Apotheke zurücklegen müssen, um an Medikamente zu kommen.

Ein Antrag der Stadtallendorfer SPD-Fraktion macht den seit Langem etablierten Apotheken-Notdienst im Ostkreis nun zum Thema. Die Stadtverwaltung muss jetzt zeitnahe prüfen, ob sich in der Bereitschafzsdienstzentrale am Scheidfeld nicht auch eine „Not-Apotheke“ unterbringen ließe. Dazu soll die Verwaltung nun mit den fünf Apotheken und auch deren Kammer ins Gespräch kommen. Der Beschluss fiel einstimmig.

In der Sitzung des Stadtparlaments begründete die SPD ihren Vorstoß damit, dass die notdiensthabenden Apotheken mitunter weit über den Ostkreis verteilt sind - und gerade ältere Patienten diese weiten Wege mitunter nicht bewältigen könnten.

Handlungsbedarf sieht auch Frank Hille (CDU), der selbst schon mal für einen kranken Angehörigen am späten Abend dringend nötige Medikamente herbeiholen musste und längere Zeit im Auto saß. Doch Hille wies schon in der Parlamentsdebatte darauf hin, dass eine solche Notapotheke mit kleinem Sortiment rechtlich wohl nicht zulässig ist. Am Rande der Sitzung kam auch das „Horrorszenario“ auf, dass Patienten bis nach Homberg (Ohm) fahren müssten.

Doch dieses Szenario muss laut Notdienst-Plan der Stadtallendorfer Apotheken überhaupt nicht entstehen. Denn wenn die Homberger Rathaus-Apotheke zum Dienst eingeteilt ist, hat entweder eine Apotheke in Neustadt oder in Großseelheim Dienst. So sieht es der Plan ausdrücklich vor. Für die Strecken, die ein Patient von daheim aus bis zur nächsten Notdienst-Apotheke zurücklegen muss, gibt es Zumutbarkeitsregelungen. So ist der heimische Notdienst-Bezirk der Apotheken auch zustandegekommen.

Grundsätzlich ist der Dienstplan in den sechs Städten und Orten so geregelt, dass durchgezählt wird: Jede Apotheke hat nach 13 Tagen wiederum Dienst, und zwar 24 Stunden lang. Wollten die fünf Stadtallendorfer Apotheke einen eigenen Notdienstbezirk begründen hätte das logischerweise die Folge, dass jede Apotheke spätestens nach fünf Tagen wiederum rund um die Uhr besetzt sein müsste.

Die beiden Stadtallendorfer Apotheker Wolfgang Kuhn und Jörg Thorwarth bestätigten im Gespräch mit dieser Zeitung, dass eine reine „Notapotheke“ an der Bereitschaftsdienst-Zentrale rechtlich gar nicht zulässig wäre. Sollte an der Bereitschaftsdienst-Zentrale der Ärzte eine Apotheke entstehen, müsste sie über das gesamte Medikamenten-Sortiment verfügen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich eine Apotheke rechnet, die dann nur wenige Stunden geöfnet hätte“, sagt Kuhn.

Zum Notdienst sind ortsansässige Apotheken gesetzlich verpflichtet. Beide Stadtallendorfer Apotheker sehen ihn aber vor allem als Serviceleistung an Patienten.

Aus Kostengründen versehen die Inhaber von Apotheken ihren Notdienst häufig selbst. Sie dürfen für ihre Dienste eine Pauschale (2,50 Euro) von den Patienten nehmen. Bei Beschwerden über eine weite Anfahrt hat Thorwarth die Erfahrung gemacht, dass es ausreicht, die Notdienst-Regelung zu erläutern. „Dann hat bisher jeder Verständnis gehabt“, sagt er.

Beide Apotheker erläuterten gegenüber der OP auch, dass die dringenden Fälle mit lebenswichtigen Medikamenten im Notdienst eher die Ausnahme darstellen.

„Ich bin der Meinung, dass wir in unserem Bereich ein gut funktionierendes System besitzen“, sagt Apotheker Wolfgang Kuhn.

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