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Rumänische Skimming-Täter müssen ins Gefängnis

Stadtallendorf Rumänische Skimming-Täter müssen ins Gefängnis

Am 18. Februar endete die Deutschland-Tour zweier rumänischer Straftäter durch Commerzbank-Filialen in Stadtallendorf.

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Wer beim Eingeben seiner Geheimzahl die Tastatur abdeckt, schützt sich vor Skimming-Attacken, wie es sie am 18. Februar in Stadtallendorf gegeben hat.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Als Teil einer international agierenden Bande hatten sie versucht, mit Hilfe der sogenannten Skimming-Technik die Daten von EC- und Kreditkarten und die dazugehörigen Geheimzahlen von Kunden dieser Bank auszuspähen. In einer Stadtallendorfer Filiale wurden sie am 18. Februar um 15.30 Uhr verhaftet.

Das unter Vorsitz von Richterin Ina-Nadine Bernshausen tagende Marburger Schöffengericht verurteilte die 37 und 29 Jahre alten Männer zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten und zwei Jahren und sechs Monaten. Die Staatsanwaltschaft hatte je zwei Monate mehr, die Verteidiger je zwei Monate weniger beantragt.

Die Anklageschrift bescheinigte den beiden Angeklagten professionelles, umsichtiges und zielgerichtetes Handeln. Sie hatten laut Anklage zwischen dem 26. Januar und dem 18. Februar dieses Jahres so genannte Skimming-Technik an Geldautomaten von Commerzbank-Filialen in Marburg, Dillenburg, Osnabrück und Stadtallendorf installiert, um so die Daten von EC- und Kreditkarten sowie die zugehörigen Geheimzahlen (PIN) auszuspähen. Mit Hilfe dieser Daten lassen sich aus Magnetkarten-Rohlingen Kopien der Originalkarten erstellen, mit denen wiederum unbefugt Geld von den Konten der Skimming-Opfer abgehoben werden kann.

Die offenbar auf die Geldautomaten der Commerzbank spezialisierten Angeklagten installierten ihre Technik jeweils in den frühen Morgenstunden. Während der Jüngere den Geldautomaten manipulierte, stand der Ältere Schmiere, über Handys stets verbunden mit seinem Kumpan. Gab‘s technische Probleme, konnten sie sich – so modern kann das Ganovenleben sein – auf eine „Technik-Hotline“ verlassen. Wer ihnen telefonisch weiterhalf, wollten die Angeklagten nicht sagen. Über ihre Verteidiger ließen sie erklären, dass hinter ihnen eine große Organisation stehe und sie deshalb heute in großer Angst lebten.

In den vier angeklagten Fällen hatten die beiden zur Verhandlung aus der Untersuchungshaft in Handschellen vorgeführten Männer übrigens keinen Erfolg. Die Manipulationen an den Geldautomaten wurden jeweils entdeckt, noch bevor die Angeklagten ihre Geräte mit den gespeicherten Daten wieder demontiert hatten.

von Matthias Mayer

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