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"Ruck" kommt aus der Hüfte

Kultur "Ruck" kommt aus der Hüfte

Einen sehr vergnüglichen Abend erlebten rund 100 Besucher am Samstag beim Polit- und Gesellschaftskabarett "Deutschland: Achtung Baustelle" von Wolfgang und Silvia Klösel alias "Edgar und Irmi".

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Die Kabarettisten „Edgar und Irmi“ diskutierten äußerst unterhaltsam über die „Baustelle Deutschland“.Foto: Alfons Wieber

Neustadt. Ganz bewusst hatten die verantwortlichen Organisatoren der Stadt auf Grund des „familiären Charakters“ die Aufführung in das historische Rathaus gelegt, wo die beiden Künstler mit köstlicher Mimik und Gestik das Publikum immer wieder in ihre Späße und Spitzfindigkeiten einbeziehen konnten. „Beide kommen auch aus der Nähe von Neustadt, aber aus Bad Neustadt an der Saale, und Neustadt bürgt nun mal für Qualität“, kündigte Bürgermeister Thomas Groll die beiden Unterfranken an.

„Einen schönen Raum habt Ihr hier, schön alt, das passt zum Publikum“, sorgte Edgar gleich zu Beginn für die ersten Lacher, ehe das Paar seine Gäste mit in sein beschauliches Heimatdorf namens Stockheim, wo die Welt scheinbar noch in Ordnung ist, mitnahm. Dort diskutierten und zeterten Edgar und Irmi - wie ein normales Ehepaar halt so zetert und diskutiert.

In gnadenloser Offenheit kamen menschliche, gesellschaftliche und politische Abgründe auf den Tisch. Sie widmeten sich dem nervenaufreibenden Shoppen bei Ikea, das Edgar als Deutschlands größtes Psychotherapiezentrum für Frauen bezeichnete, aber auch dem Kindermangel in Deutschland. „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen, auch wenn er aus der Hüfte kommt“, forderte Edgar.

Fast alle bekannten Politiker bekamen ihr Fett weg. Hans Christian Ströbele bezeichnete Edgar als Mutter Theresa der Grünen. Auf den Öko-Zug war Ehefrau Irmi aufgesprungen. „Mittagessen gibt es ab sofort nur noch jeden zweiten Tag. Auch wir müssen nämlich etwas für den Umweltschutz tun“, informierte sie den vor einem leeren Teller sitzenden erstaunten Ehemann.

Auch das Auto, des Deutschen liebstes Kind, wurde ausgiebig betrachtet. „Wer hat kein Navi im Auto? Ein Navi im Auto ist nämlich die erste Vorstufe zum betreuten Wohnen“, lästerte Edgar, als nur wenige Hände im Publikum hochgingen.

Mit tosendem Applaus bedankte sich das Publikum bei den beiden volksnahen Kabarettisten, die am Freitag um 19.30 im Jugend- und Kulturzentrum Kirchhain zu sehen sind.

Karten für den Auftritt in Kirchhain gibt es bei der Stadt, Kerstin Ebert (zweites Obergeschoss), Telefon 06422/808-124.

von Alfons Wieber

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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