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Ostkreis Rosenkrieg im Gerichtssaal
Landkreis Ostkreis Rosenkrieg im Gerichtssaal
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18:04 16.03.2012
Kirchhain

Am Ende stand ein Schuldspruch für den 31-jährigen Angeklagten aus dem Ostkreis, der sich nach Überzeugung von Staatsanwältin Kerstin Brinkmeier und Richter Joachim Filmer sich in vier Fällen der Körperverletzung - davon zweimal in Tateinheit mit Nötigung - und einer Beleidigung in Tateinheit mit Nötigung schuldig gemacht hat. Das Gericht ahndete die Vergehen mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro, die es auf zwei Jahre zur Bewährung aussetzte. Bewährungsauflage: Der Angeklagte muss je 1500 Euro an das Marburger Frauenhaus und an den Weißen Ring bezahlen.

Der Angeklagte hatte zwischen dem Sommer 2010 und dem Frühjahr 2011 eine achtmonatige Beziehung mit einer 35-jährigen Hausfrau unterhalten. Diese Beziehung sei anfangs schön, später aber problembelastet gewesen, sagten die gewesenen Partner übereinstimmend. Der Angeklagte machte dafür die Launen seiner ehemaligen Freundin verantwortlich, die ihn manchmal aus der eigenen Wohnung getrieben habe. Es gab immer wieder Streit", sagte der Angeklagte, der um des Friedens Willen mehrfach in seinem Auto übernachtet habe.

Seine frühere Freundin machte im Zeugenstand die Eifersucht des Angeklagten zum Kernprobleme. "Er hat mich ständig kontrolliert, über jeden Schritt musste ich Rechenschaft ablegen", klagte sie und führte dem Gericht vor, dass sie sich auf der Straße nur mit gesenktem Kopf habe bewegen dürfen.

Wie in einer Gerichtsshow

Eifersucht war nach ihrer Schilderung auch Auslöser für die ersten Übergriffe. Laut Anklage soll der Mann seiner Freundin eine Ohrfeige und einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, sie an den Haaren gezerrt und gewaltsam aus seiner Wohnung geworfen haben. Für Kerstin Brinkmeier besonders perfide: Die Drohung des Angeklagten, bei einer Strafanzeige gegen ihn werde er dafür sorgen, dass das Jugendamt seiner Freundin die Kinder wegnehme. Der Angeklagte bekannte sich zu einer Ohrfeige und einer Beleidigung. Der Faustschlag sei ein Unfall beim Gestikulieren gewesen und die anderen Vorfälle habe es nicht gegeben.

Die Beweisaufnahme war schon abgeschlossen, da gaben die Protagonisten einen Einblick in Ihre Streitkultur; in einer Szene, wie man sie sonst nur aus den Gerichtsshows im Privatfernsehen sieht. Die Frau sprang von den Zuhörerplätzen auf und baute sich vor dem Angeklagten auf. Und schon flogen die Giftpfeile zwischen den früheren Liebenden hin und her. Höchst emotional tauschten sie sich darüber auf, wer, wann und wo mit Glasschüsseln oder Tassen nach seinem Gegenüber geworfen oder seinen Frust an Computern ausgelassen hat.

Trotz der Verwerfungen können die Streithähne offenbar noch nicht ganz voneinander lassen. Beide bestätigten, dass sie noch miteinander telefonierten. So empfand es der Angeklagte in seinem Schlusswort ungerecht, dass er allein für die gegenseitigen Fehler und Überreaktionen büßen solle. Sein Verteidiger Carsten Dalkowski betonte, dass sein Mandant auf eine Gegenanzeige verzichtet habe, um das Ausmaß der Schlammschlacht zu begrenzen. Die Darstellung in den Akten und der Anklageschrift seien entsprechend einseitig.

von Matthias Mayer

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