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Rettungsflieger wechseln Standort

Bundeswehr in Stadtallendorf Rettungsflieger wechseln Standort

Wann die SAR-Rettungsleitstelle von Münster nach Stadtallendorf umsiedeln wird, ist offen. Klar ist nur, dass am Standort Stadtallendorf für sie noch einmal investiert werden muss.

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Ein Hubschrauber des Search-and-Rescue-Dienstes der Bundeswehr setzt zur Landung an. Die Leitstelle des SAR soll nach Stadtallendorf verlegt werden. Foto: Ingo Bicker/Luftwaffe

Stadtallendorf. „Das ist verstanden, SAR 71, das Krankenhaus wird entsprechend unterrichtet.“ Diesen Satz aus der beliebten Fernsehserie „Die Rettungsflieger“ kennen viele Fernsehzuschauer. In nicht allzu ferner Zukunft könnte ein ähnlicher Satz an einem Funkgerät in der Stadtallendorfer Herrenwald-Kaserne fallen.

Denn wie Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der Division Spezielle Operationen (DSO), im Gespräch mit der OP erklärte, plant der Bund, die Leitstelle des SAR-Dienstes von Münster in den Divisionsstandort Stadtallendorf zu verlegen.

Hinter der Abkürzung SAR verbergen sich die Worte Search and Rescue - einfach übersetzt also Such- und Rettungsdienst. Die Bundeswehr unterhält seit Jahrzehnten zwei Leitstellen für ihre eigene Luftrettung. Eine davon befindet sich in Münster, eine weitere, zur Bundesmarine gehörende, in Glücksburg. Zur Leitstelle Glücksburg gehört übrigens auch der fiktive „SAR 71“ aus der ZDF-Serie.

Während die Glücksburger Rettungsleitstelle die Seerettung für Nord- und Ostsee führt, ist die Leitstelle in Münster für das Bundesgebiet mit Ausnahme der Küsten verantwortlich. Hauptaufgabe der Rettungshubschrauber des SAR ist die Hilfe bei Luftunfällen bei den Streitkräften. Doch hinzu kommt die Unterstützung für den zivilen Rettungsdienst, der zumeist von Organisationen wie dem ADAC sichergestellt wird.

SAR-Flieger helfen vor allem Zivilisten in Not

Wie die Einsatzstatistik der SAR-Leitstelle Münster zeigt, macht diese Unterstützung aber den Großteil der Arbeit der fliegenden Retter der Bundeswehr aus. Von den Leitstellen in Münster und Glücksburg aus wurden im vergangenen Jahr 369 Hubschrauber-Einsätze geleitet, 251 davon galten der „dringenden Nothilfe“. So werden die Zivileinsätze der SAR-Hubschrauber bezeichnet.

Wie kommt es zur geplanten Verlegung der Leitstelle von Münster nach Stadtallendorf? Der neuen Division Schnelle Kräfte (DSK) mit Sitz in Stadtallendorf untersteht künftig auch der SAR-Einsatz im Bundesgebiet, ausgenommen bleiben die Aufgaben, die die Leitstelle Glücksburg hat. Bisher gehörte die Leitstelle in Münster zur Luftwaffe, noch in diesem Jahr soll sie in die Verantwortung des Heeres wechseln.

Für die SAR-Leitstelle in Münster stand im Zuge der aktuellen Bundeswehrreform eine Standortverlegung an. „Da wir für sie die Verantwortung übernehmen werden, lag es nahe, sie nach Stadtallendorf zu holen“, erläuterte Generalmajor Vollmer. Noch ist aber nicht klar, in welchem Zeitraum das passiert.

Die Division Schnelle Kräfte, die aus der DSO und der Division luftbewegliche Kräfte hervorgeht, wird zum 1. Januar 2014 in Dienst gestellt. Jene neue Division, eine von künftig nur noch drei in der Bundesrepublik, wird dann auch die Verantwortung für die drei Heeresfliegerregimenter in Fritzlar, Faßberg und Niederstetten übernehmen.

Klar ist bereits, dass der Bund für die Verlegung der SAR-Leitstelle Münster am Standort Stadtallendorf noch einmal investieren muss. „Zu den Details gibt es noch keine Informationen. Wir befinden uns noch in der Planungsphase“, sagt der Kommandeur der DSO.

Allerdings ist ohnehin bereits sicher, dass in der Herrenwaldkaserne weitere Unterkünfte zu Stabsgebäuden werden müssen.

Denn der Stab der neuen Division Schnelle Kräfte umfasst künftig 440 hochqualifizierte Soldaten, doppelt so viele wie derzeit. Insgesamt werden in Stadtallendorf nach Abschluss der Bundeswehrreform rund 900 Dienstposten, sprich Soldaten und zivile Mitarbeiter, übrigbleiben.

Generalmajor Vollmer hält es für unwahrscheinlich, dass sich diese Zahl durch die Verlegung der SAR-Leitstelle noch einmal erhöhen wird.

von Michael Rinde

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