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Restauranttester Rach in der Pfeffermühle

Frischzellenkur Restauranttester Rach in der Pfeffermühle

Als sein Vater im April starb, war Senol Tüfek plötzlich Chef der Pfeffermühle. Die Mitglieder des Stammtischs entschieden: Der 21-Jährige benötigt dringend Hilfe und riefen TV-Star Christian Rach.

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Christian Rach (links) und Senol Tüfek suchen Weine aus.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. „Das ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Senol Tüfek und freut sich über seinen Gast. Dabei hat dieser einiges umgekrempelt im Restaurant des 21-Jährigen und mehr als 120 Gerichte von der Speisekarte geschmissen.

Doch der Gast weiß, was er macht und ist schon einigen Restaurant-Besitzern zu Hilfe geeilt, um ihre Betriebe zu retten - und alles ist wohl dokumentiert, denn der prominente Besuch ist kein geringerer als Christian Rach, besser bekannt als Rach, der Restauranttester des Fernsehsenders RTL.

 

Am Sonntag stand er plötzlich auf der Matte der Pfeffermühle und machte sich sogleich an die Arbeit: „Zunächst musste ich Überzeugungsarbeit leisten. Gerade in der Küche ist es oft schwer, von festen Pfaden wegzukommen.“ Statt auf Quantität solle Tüfek auf Qualität achten, entsprechend blieben von rund 150 Gerichten 23 übrig. „Er muss nicht alles anbieten um möglichst jeden Gast zufrieden zu stellen, sondern sich auf ein Spektrum festlegen und dies dann qualitativ hochwertig umsetzen“, erklärt Rach. Im ersten Schritt gab es die rote Karte für Tiefkühlkost: Frisch und gut soll es sein. Viel Wert legt der Restauranttester aber auch auf Atmosphäre und Ambiente. Also hieß es umbauen und umgestalten aber auch an der Einstellung und den Servicekräften zu arbeiten.

Gestern stand beispielsweise das Thema Wein auf der Agenda. Auf fünf oder sechs ausgewählte Weine solle Tüfek setzen, es müssten keine 30 Weine sein, erklärte Rach - ein einziger Wein wie bisher sei indes auch das falsche Angebot: „Ein Wein reicht für eine Kneipe, ein gutes Restaurant sollte eine Handvoll Weine bereithalten.“ Dies Auswahl obliege dem Besitzer. „Und was ist, wenn an einem fünf Gäste nach einem Lambrusco fragen? Dann nehmen Sie ihn doch bestimmt auf die Karte“, fragte ein Weinhändler und erhielt eine klare Antwort: „Auf gar keinen Fall. Es gibt genügend hervorragende Weine, die eine natürliche Perlung haben. Dafür muss ein Gast dann natürlich auch entsprechend etwas mehr Geld hinlegen.“

Ein Merlot, ein Chianti und ein Nero D‘Avola aus Sizilien machten am Ende der Weinprobe das Rennen . Die Entscheidung traf der Experte persönlich: „Das Thema überfordert Euch ein bisschen“, sagte er in Richtung Tüfek und seiner Kolleginnen, die sich zumeist eher in Zurückhaltung geübt hatten.

Das sollen sie in Zukunft aber nicht: Den Gästen ruhig einen kostenlosen Schluck zum Probieren anbieten, das Getränk angemessen präsentieren und zumindest Informationen über Jahrgang und Anbaugebiet bereithalten, gab er der Pfeffermühlen-Belegschaft mit auf den Weg und fügte hinzu, dass es immer gut sei, auch noch über die Traube und eventuell den Winzer Bescheid zu wissen.

„Ich bin froh über die Unterstützung“, sagt Tüfek, der vieles anders machen muss. Kräuterbutter, Bratensauce, Vinaigrette, Salsa Verde und zahlreiche andere Köstlichkeiten will er mit seinen beiden Köchen künftig selbst zubereiten und dabei auf Fertigprodukte verzichten: „Mit der richtigen Vorbereitung ist das kein Problem“, erklärt er und betont: „Es macht auch viel mehr Spaß, auf diese Art zu kochen.“ Heute will Christian Rach mit seiner Arbeit fertig sein. War die Pfeffermühle mehrere Tage lang geschlossen, so soll sie am Freitag zwischen 18 und 19 Uhr wieder ihre Pforten für Gäste öffnen, die sich ein Bild vom neuen Angebot des Restaurants in der Elbestraße machen wollen. Wann genau die Stadtallendorfer Folge von „Rach, der Restauranttester“ läuft, steht noch nicht fest. RTL stahlt die siebte Staffel ab Januar 2013 aus.

von Florian Lerchbacher

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