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Rauschenberg ist der Energieriese

Chancen und Risiken für die Region Rauschenberg ist der Energieriese

Die Energiewende wird das Landschaftsbild stark verändern, partiell zu höheren Energiepreisen führen und das Verbraucherverhalten beeinflussen. Die OP beleuchtet in einer Serie Chancen und Risiken dieser Entwicklung für die Region.

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Die Grafik zeigt den Stromverbrauch im Landkreis zwischen 2006 und 2010 und den Anteil des aus erneuerbare Energien erzeugten Strom im Landkreis. 2010 lag dieser bei 5,07 Prozent.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Ostkreis. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf setzt seit Jahren auf den Ausbau erneuerbarer Energien und dies mit dem überaus ambitionierten Ziel, seinen Strom und Wärmebedarf bis zum Jahr 2040 durch im Landkreis erzeugte Energie abzudecken. Dabei geht es um gigantische Energiemengen.

Der Strombedarf des Landkreises liegt bei 1,7 Milliarden Kilowattstunden. Für die Deckung des Wärmebedarfs werden 4,1 Milliarden Kilowattstunden veranschlagt.

Für die Umsetzung dieses Ziels leistet sich der Kreis ein eigenes Kompetenzteam Erneuerbare Energien. In dem Team um Fachdienstleiter Dr. Norbert Clement herrscht Zuversicht, dass das Ziel in Sachen Stromversorgung erreicht werden kann. Dafür werden allein schon die künftigen Windräder sorgen, die sich in den nächsten Jahren an 140 Meter hohen Türmen über dem Marburg-Biedenkopfer Land drehen. Die neuzeitlichen Windkraftanlagen sind die Energieriesen unter den „Erneuerbaren“ und weisen eine Leistung von 3 Megawatt und mehr auf.

Für die Abdeckung des Wärmebedarfs im Landkreis, der 72 Prozent des Energiebedarfs ausmacht, können die grünen Energieträger noch keine solche Energieriesen bieten. Mit Hilfe der Energiepflanzen aus der Landwirtschaft und aus dem Wald können laut Clement nach dem heutigen Wissensstand 20 Prozent der benötigten Heizenergie gewonnen werden.

„Ohne eine Halbierung des Heizenergieverbrauchs um 50 Prozent können wir es nicht schaffen“, sagt Clement im Gespräch mit der OP und verweist darauf, dass Investitionen in effizientere Heiztechnik und in aufwändige Wärmedämmung mit jeder Öl- oder Gaspreiserhöhung wirtschaftlicher werden. Der Kreis setze mit seinem Klimaschutzkonzept auf das Einsichtsvermögen der Bürger.  Und dieses lasse sich zuallererst über den Preis anschieben, stellt Clement fest.  

von Matthias Mayer

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