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Rasengräber haben kein "Pflegerisiko"

Stadtallendorf Rasengräber haben kein "Pflegerisiko"

Auf den städtischen Friedhöfen in Stadtallendorf entstehen Rasengräber. Für diese Bestattungsform sprechen Kosten und die Sicherheit, dass die Grabstätte auch dauerhaft gepflegt wird.

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Im Hintergrund dieser Grabstätten auf dem Niederkleiner Friedhof ist das Feld zu sehen, auf dem Rasengräber entstehen könnten. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Das Thema „Rasengräber“ ist in Stadtallendorf Chefsache: Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) und die Expertinnen in der Stadtverwaltung suchen den Dialog mit den Friedhofskommissionen in Stadtteilen und Kernstadt. Sie stellen ihnen die individuellen Planungen für die Einführung von Rasengräbern vor. Das sind Grabstellen inmitten einer Rasenfläche, auf denen eine Platte oder ein Pultstein den Namen des Verstorbenen trägt. Grabeinfassungen gibt es keine. Die Entscheidung, ob ein Pultstein oder eine Platte angeboten werden, hängt individuell von den Friedhofskommissionen ab. Klar ist nur, dass die Rasengrabflächen ein einheitliches Bild bekommen werden. „Beide christliche Kirchen haben das Thema Rasengräber bei uns angesprochen“, betont Bürgermeister Somogyi. Für die Einführung gibt es auch einen klaren Beschluss des Stadtparlaments.

Niederklein bildete den Auftakt für die Informationsgespräche mit den Friedhofskommissionen. Dort soll ein Rasengräberfeld für 70 Grabstätten entstehen. Das ist auf dem Feld D möglich, das ursprünglich mit Familiengräbern belegt werden sollte und für diesen Zweck dann nicht mehr bereitstünde. Das Feld ist 330 Quadratmeter groß.

In Niederklein ist großes Interesse an Rasengräbern vorhanden, wie Ortsvorsteher Hartmuth Koch, zugleich Friedhofskommissions-Mitglied beim Gespräch betont. Auch Pfarrer Peter Bierschenk habe sich für die Bereitstellung von Rasengräbern eingesetzt, vor allem auch aus religiösen Gründen. „Denn die Feuerbestattung ist eigentlich keine christliche Bestattungsform“, erläuterte Koch in Vertretung des Pfarrers.

Außerdem gibt es ganz weltliche Gründe für das Interesse von Niederkleiner Bürgern an Rasengräbern. Denn bei Rasengräbern wäre garantiert, dass die Grabstätten für die Dauer der Liegezeit von 30 Jahren von der Stadt gepflegt werden. Sie übernehme das Mähen der Rasenflächen, das Reinigen von Platten oder Pultsteinen und auch das Auffüllen von einsackenden Gräbern. Die Verwaltung favorisiert derzeit, dass die Rasengräber mit Pultsteinen versehen werden. Grund sind Erfahrungen aus anderen Städten. Dort hat sich nämlich gezeigt, dass der Pflegeaufwand bei Platten höher ist. Sie verschmutzen schneller, es gibt mehr Beschwerden von Angehörigen. So erläuterte es Nicole Naumann von der Stadtverwaltung beim Ortstermin in Niederklein. Pultsteine sind allerdings aufwändiger zu setzen und brauchen ein Fundament. Außerdem wären sie teurer.

Dass Ablegen von Blumenschmuck wäre bei Rasengrabstätten allerdings nicht möglich.

Niederkleiner Friedhofmuss erweitert werden

Es gibt auch eine erste, noch sehr grobe Kostenschätzung für Rasengräber auf dem Friedhof Niederklein. Demnach kostet ein Rasengrab mit Grabplatte rund 1850 Euro, bei einem Rasengrab mit Pultstein müssten voraussichtlich 2365 Euro gezahlt werden. In diesen Schätzungen sind alle Pflegearbeiten enthalten.

In Niederklein gibt es bei der Schaffung von Rasengräbern eine Besonderheit: Der Friedhof müsste dann früher erweitert werden als bisher geplant. Aktuell gibt es im größten Stadtallendorfer Stadtteil durchschnittlich 16 Bestattungen im Jahr. Die Erweiterung müsste nach jetzigem Stand in den Jahren 2016/2017 erfolgen. Bisher war diese Erweiterung ab dem Jahr 2020 vorgesehen. Flächen wären in Richtung Schweinsberg vorhanden. Die Erweiterung wäre aber noch aufschiebbar, wenn sich die Friedhofskommission entschlösse, künftig auf die Vergabe von Familiengräbern zu verzichten. Eine Entscheidung darüber steht noch aus. Ortsvorsteher Koch gab der Verwaltung aber ein klares Signal, dass in Niederklein Interesse und Nachfrage an Rasengräbern besteht. Jetzt erwartet die Stadtverwaltung Rückmeldungen der Friedhofskommissionen. Sie fließen dann noch in die Haushaltsplanungen für das nächste Jahr ein.

von Michael Rinde

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