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Ostkreis Brücke über die Wohra in Kirchhain ist fertig
Landkreis Ostkreis Brücke über die Wohra in Kirchhain ist fertig
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00:17 14.07.2018
Jetzt kann es auch offiziell losgehen. Die Radwegebrücke über die Wohra, die Bestandteil des Fernradweges R2 ist, wurde von Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann (rechts) offiziell eingeweiht. Quelle: Matthias Mayer
Kirchhain

Dafür ließ die Fertigstellung des Bauwerks fast ein Jahr lang auf sich warten. Erst kam die Telekom mit der Verlegung eines Kabels nicht in die Puschen, und dann ging die ausführende Baufirma ­Ende vergangenen Jahres in die Insolvenz.

Bei der offiziellen Freigabe der Brücke sprach dann auch Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann von einem Langzeitprojekt der sinnvollen Art. Der Fernradweg R2 werde aus Richtung Marburg durch die Brücke direkt an die Stadt Kirchhain angebunden. Mit dem Brückenschlag müssten die Radler nicht länger über die Frankfurter Straße fahren. Der Radverkehr des Fernradweges R6 sei schon mit dem Ausbau des Radwegenetzes von der Straße geholt, erklärte Olaf Hausmann, der stilecht mit dem Fahrrad zu dem Termin gekommen war.

Förderung für das Projekt wurde zwei Mal zugesagt

Der Bürgermeister hatte zuvor die alte Gefahrenstelle auf der Kreuzung Kasseler Straße/Frankfurter Straße mit dem Rad erkundet und auch die Fahrrad-Ampel unter dem Eisenbahn-Viadukt auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. „Sie funktioniert“, stellte Olaf Hausmann fest, der dafür gern in Kauf nahm, dass diese Kuriosität Kirchhain hessenweit ein Alleinstellungsmerkmal beschert hat.

Bauamtsleiter Volker Dornseif erläuterte, dass dieses Alleinstellungsmerkmal eine Forderung von Hessen Mobil gewesen sei. Ohne den Bau der Ampel hätte es nicht die 70-Prozent-Förderung gegeben. „Wir mussten diese Kröte schlucken“, befand der Bauamtsleiter.

Maike Bonsa vom Bauamt stieg tiefer in die Genese des Bauwerks ein. Zweimal habe die Stadt eine Zusage auf eine Förderung für das Projekt bekommen. Die erste Zusage habe die Stadt wegen des Sparzwangs während der Schutzschirm-Zeit nicht in Anspruch genommen. Dann wurde die Idee, aus Kostengründen eine Holzbrücke über die Wohra zu bauen und die Radwege mit befahrbaren Schotter zu gestalten, von Hessen Mobil abgelehnt.

Kosten liegen zehn Prozent unter der letzten Berechnung

Letztlich sei die jetzige Lösung umgesetzt – mit den bekannten Störungen in den Abläufen. Maike Bonsa hob hervor, dass die Firma Gölzhäuser nach der Insolvenz des ersten Auftragsnehmers bereit gewesen sei, die Brücke zu den alten Konditionen fertigzustellen.

Der Ingenieur Dr. Marc Böttcher hatte die Brücke geplant. Die Ausführung in Beton beschere der Brücke eine lange Haltbarkeit. Die angewandte Fertigbauweise sei kostensenkend. Positiv für den Bauherren: Das Preisbudget blieb um zehn Prozent unter der letzten Kostenrechnung.

von Matthias Mayer