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Ostkreis Pufferkanal bremst die Wassermassen
Landkreis Ostkreis Pufferkanal bremst die Wassermassen
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18:36 04.01.2012
In der Straße Am Lohpfad planen die Stadtwerke umfassende Kanalarbeiten. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

2,7 Millionen Euro werden allein die Stadtwerke in diesem Jahr aller Voraussicht nach verbauen. So ist es im Entwurf des Wirtschaftsplanes vorgesehen. Diese Summe steckt der Eigenbetrieb der Stadt in drei größere Bauprojekte. Herausragend ist dabei das Vorhaben in der Straße Am Lohpfad, das alleine 880 000 Euro verschlingen wird.

Die Stadtwerke lassen dort Kanalleitungen unterschiedlicher Dimensionen austauschen oder neu verlegen. Damit sollen zugleich die in der Vergangenheit aufgetretenen Rückstauprobleme und Überflutungen bei Unwettern ein für alle mal beseitigt werden. Schon im April sollen die Bauarbeiten beginnen. Dafür werde die Straße gesperrt werden müssen, erläutert Giselher Pontow, Betriebsleiter der Stadtwerke – und das voraussichtlich für weite Teile des restlichen Jahres. „Die Georg-Büchner-Schule bleibt aber während der gesamten Zeit erreichbar“, betont Pontow bereits jetzt.

Die Kanalarbeiten erfolgen zwischen den Hausnummern 9 und 23. Dabei werden die Stadtwerke auch etwa 150 Meter eines Stauraumkanals unter die Erde legen lassen. Er hat einen Durchmesser von 2,2 Metern und ein entsprechendes Fassungsvermögen. Er dient künftig als ein Puffer und soll Überflutungen bis in die Stadtmitte hinein verhindern helfen. Gleichzeitig wird die Wasserleitung auf 400 Metern Länge ausgetauscht.

- Wesentlich kleiner aber ebenso wichtig ist ein Kanalbauprojekt in der Spaltanlage. Dort muss ein Kanal ersetzt werden, der noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammt, marode ist und außerdem unter Häusern verläuft. Um ihn stillegen zu können, muss eine neue Leitung verlegt werden, unter anderem unter den Bahngleisen auf der Niederkleiner Straße, was das ganze kompliziert macht. Die neue Leitung verläuft in mehreren Metern tiefe und nur wenige Meter von Häusern entfernt. 330 000 Euro sind dafür vorgesehen.

- Außerdem verlegen die Stadtwerke einen neuen Kanal im Werraweg im DAG-Gebiet. Danach ist es möglich, eine mehr als 400 Meter lange Kanalleitung aus Zeiten der Sprengstoffwerke endgültig abzuklemmen. Hinzu kommen 250 000 Euro, die die Stadtwerke für Kanalsanierungen im Stadtteil Niederklein investieren. Dieser Betrag ist Teil des über zehn Jahre laufenden Programms, dass für die Niederkleiner Kanalisation vorgesehen und notwendig ist.

Eine gute Nachricht für die Stadtallendorfer Bürger: Im Wirtschaftsplan-Entwurf, den das Stadtparlament am 2. Februar endgültig beschließen soll, sind abermals keinerlei Gebührenerhöhungen vorgesehen. Seit 2003 seien Gebührensätze in Stadtallendorf stabil und gehörten zu den niedrigsten im Kreis, hebt Pontow hervor. „Möglich ist das nur dank Gebührenpolstern und einer kontinuierlichen Gebührenpolitik“, betont Pontow. In seinem Planentwurf sind außerdem 500 000 Euro für den Themenkomplex Hallenbad vorgesehen. Doch ob dieses Geld in Sanierung oder Neubauplanung fließt, muss ebenfalls die Politik entscheiden. „Wir warten auf die Vorgaben der Kommunalpolitik“, sagt Pontow. Möglicherweise befasst sich das Stadtparlament in der Sitzung am 2. Februar damit.

von Michael Rinde

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