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Publikum freut sich über Pöbeleien

Roßdorf Publikum freut sich über Pöbeleien

Partystimmung während der Roßdorfer Faschingssitzung: 450 gutgelaunte Jecken verwandelten die Mehrzweckhalle zeitweise in ein närrisches Tollhaus.

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Die Trans-Sisters verführen Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg.

Quelle: Björn Wisker

Roßdorf. Die Schubkarre polterte ebenso laut wie die Pöbeleien, die „Luise Kuchinsky“ rücksichtslos der Jury von „Roßdorf sucht das Supertalent“ ins Gesicht sagte. Sie wollte den falschen Dieter Bohlen und den ebenso imitierten Bruce Darnell mit einer eigenwilligen Kochshow begeistern. Als die schroffe rheinische Hausfrau dann aber das Beil in die Hände des zierlichen Darnell drückte um das Kotelett klein zu hacken, dabei selbst den Schweißbrenner zum Erhitzen des rohen Fleischs ansetzte, sammelte sie bei der verstörten Jury Minuspunkte.

Ganz im Gegensatz zur Beliebtheitsskala beim Publikum, das jede Entgleisung der grünhaarigen Dame mit lautem Gelächter quittierte. Die Konkurrenz für Kuchinsky war jedoch groß.
So auch Dennis Rauschs Trommelkonzert auf vier mehr oder minder nackten Busen. Fein säuberlich nach Körper- und Körbchengröße aufgereiht entblößten sich vier Roßdorfer Schönheiten hinter einer Trennwand und ließen die weißen Bademantel-Hüllen fallen.

Da hielt es Jurymitglied Sascha, der den Dieter Bohlen gab, nach Rauschs Songbeitrag nicht lange auf dem Stuhl – kurzerhand schwang er selbst die Trommelstöcke.
Ganz und gar hingerissen war der falsche Bruce Darnell beim Auftritt der Talente Cindy und Chantal. Schrille, bunte Kostüme und sogar den ein oder anderen verführerischen Hüftschwung in Richtung der männlichen Narrenschar gaben die „Trans-Sisters“ zum besten. Sie scheuten sich nicht davor, Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, der zuvor selbst noch mit Klampfe und Selbstironie in der Bütt stand, zu verführen. „Bei diesen 250 Kilogramm geballter Erotik, kann wohl niemand widerstehen“, meinte Sitzungspräsident Christopher Greb.
Der Roßdorfer Karneval war konsequent auf Showeinlagen ausgerichtet. Eine Tanz- und Choreographie-Darbietung jagte die nächste. Die „Jackson Six“ zauberten lupenreine Moonwalks aufs Parkett und inszenierten ein fetziges Potpourri seiner Welthits.

Ganz besonderes freute es die Roßdorfer, dass der Carnevals Club sein allererstes Funkenmariechen aus dem Ort auf die Bühne schicken konnte: Dana Luzius wirbelte über die Bühne als habe sie in den letzten Jahren nichts anderes getan. Das lässt sich auch von den Rauischholzhäuser Starlights behaupten. Sie gehören zum Inventar des RCC-Faschings und sorgten mit ihren Musik- und Tanzeinlagen dafür, dass die Reeperbahn für eine Viertelstunde in Roßdorf und nicht in Hamburg war.

Die „Saandhoase“ aus Niederklein, die Mardorfer Tänzer „Flower Power“ und die Hupfdohlen standen bei ihren Show-Acts den anderen Gruppen in nichts nach.

von Björn Wisker

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