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Preisnachlass hat keine Wirkung

Baugrundstücke Preisnachlass hat keine Wirkung

Vor mehr als einem Jahr senkte die Gemeinde Wohratal die Grundstückspreise für ihre beiden Neubaugebiete und verstärkte die Werbung. Doch der gewünschte Effekt blieb bisher aus.

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Im Baugebiet „Über den Knottengärten“ wurden bisher drei Bauplätze verkauft. Archivfoto

Wohratal. Auch die drastische Senkung der Quadratmeterpreise für die Baugebiete „Über den Knottengärten“ (Wohra) und „Lücke“ (Halsdorf) hat das Interesse an Bauplätzen in Wohratal nicht gesteigert. Dies ergab die Antwort von Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) auf eine Anfrage der SPD-Fraktion. Gerade einmal ein Grundstück im Gebiet „Lücke“ hat die Hessische Landgesellschaft in diesem Jahr verkauft. Weitere Anfragen gibt es bei der HLG derzeit nicht.

Im vergangenen Jahr hatte Wohratal den Quadratmeterpreis von 68,50 Euro auf 47,95 Euro gesenkt. Aktuell gilt für beide Gebiete ein Preis von 54,80 Euro, also immer noch deutlich ermäßigt. Ab dem Jahreswechsel zahlen Kaufinteressenten dann 61,50 Euro. Gleichzeitig hatte die Gemeindeverwaltung diesen Preisnachlass, der voll zu Lasten der Gemeindekasse geht, intensiv beworben. Das Gemeindeparlament hatte den Nachlass nach intensiver Debatte Ende September vergangenen Jahres beschlossen.

In der Gemeinde Münchhausen gibt es ebenfalls einen Beschluss, die Grundstückspreise deutlich zu senken, zumindest die für das Gebiet Münchhausen. Im Baugebiet „Über den Knottengärten“ schuf die Gemeinde Wohratal 23 Baugrundstücke, 9 davon sind erschlossen, 3 wurden bisher verkauft. Beim Gebiet „Lücke“ waren es ursprünglich 27 Baugrundstücke, davon sind seit 2002 immerhin 13 verkauft worden.

Der kleinste Bauplatz, den Wohratal zu vergeben hat, hat eine Größe von 430 Quadratmetern. Beim aktuellen Quadratmeterpreis kostete dieses Grundstück also gerade einmal 23500 Euro, was vergleichsweise günstig ist.

Doch woran liegt es, dass sich die Grundstücke, die die Gemeinde über die HLG seinerzeit kaufen und teilweise erschließen ließ, so schlecht verkaufen lassen? Bürgermeister Hartmann sieht einen Grund darin, dass es für junge Familie immer schwieriger werde. „Landauf, landab wird weniger gebaut“, fasst es Hartmann zusammen. Einen weiteren Grund sieht Hartmann in der Tatsache, dass viele Arbeitsplätze weiter entfernt von der Gemeinde liegen. „Vielen jüngeren Menschen wird die Pendelei bis nach Frankfurt auf die Dauer zu viel. Sie ziehen dann weg“, sagt Hartmann. Doch hat Wohratal nicht von Beginn an zu viele Bauplätze auf einen Schlag geschaffen? Im Nachhinein hätte diese Bauplatzzahl nicht sein müssen, räumt auch Hartmann ein. Damals sei es eine Utopie gewesen, dass sich alle Baugrundstücke schnell verkaufen ließen. Aus finanziellen Gründen entschied das Gemeindeparlament seinerzeit, bei Grundstückskauf und Erschließung auf die HLG zu setzen, die finanziell in Vorleistung trat. Jährlich trägt die Gemeinde 20000 Euro ab, der Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2020. Wie viel Wohratal an Ablöse am Ende zahlen wird, lässt sich nur schlecht im Voraus berechnen: Im schlimmsten Fall, wenn sich kein weiterer Bauplatz mehr veräußern ließe, dann käme es zu einem Verfahrensdefizit von 1,2 Millionen Euro. „Dem stünde dann allerdings auch ein Vermögenswert gegenüber, den die Gemeinde in Form von Grundflächen hinzugewänne“, betont Hartmann. Auf alle Fälle will er an einer intensiven Vermarktung dieser beiden Baugebiete festhalten.

Informationen über Baugrundstücke der Gemeinde gibt es bei Bürgermeister Peter Hartmann, Telefon 06453/645410 oder Ines Dicken, 645421.

von Michael Rinde

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